Im April 2007 hatte ich die Möglichkeit bekommen, meine Fotos in der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg auszustellen. Für etwas über einen Monat waren Fotos aus allen Bereichen der Arbeit "rund ums Blaulicht" zu sehen und erfreuten sich hervorragender Besucherzahlen. Auf vielfachen Wunsch und aufgrund der großen Nachfrage, habe ich mich entschlossen, die Fotos und meine Eröffnungsrede hier zu veröffentlichen. Hierzu gilt mein ganz besonderes Dankeschön Jutta Plaschke, Ute Kontorowitz und Holger Saßmannshausen von der Sparkasse Wittgenstein, die dafür gesorgt hatten, dass Bilderrahmen und Stellwände zur Verfügung stehen.

 

Mein Dank gilt aber auch meinen lieben Kollegen von der Rettungswache, die mich bei allen Vorbereitungen unterstützt haben. Hier insbesondere:

Kevin und Stefanie Dornhöfer

Tobias Baxmann und Christiane Sesterhenn

Gerd Griesing

Heiko Jung

Gerhard Hesse

Rafael Brüggemann

Benjamin Weber und Katrin Ziermann

Kai-Uwe Fauser

Tim Wied und Anja Dickel  (DRK OV Bad Berleburg)

Der größte Dank richtet sich jedoch an all die Menschen, die mich über Jahre hinweg immer an den Einsatzstellen fotografieren ließen und mir viele Gefallen getan haben - Ohne diese Menschen wäre nichts gegangen!

 

                       

                                                   Die Rede

 

Liebe Freunde und Kollegen,

Ich bin außerordentlich erfreut über die großartige Resonanz meiner Einladung. Als ich die Einladungen geschrieben habe, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass so viele den Weg hier her finden würden - herzlich willkommen Euch allen!

Ja, zunächst einmal gilt es, ein ganz großes Dankeschön los zu werden - an die Menschen, die überhaupt erst ermöglicht haben, dass ich diese Ausstellung hier heute Abend eröffnen kann.

In erster Linie geht einmal ein Dankeschön an den Herren, der eigentlich den Ausschlag gegeben hat, dass ich solche Fotos überhaupt mache und mich für diese Materie interessiere. Durch ihn lernte ich die Grundzüge, die für die Fotografie wichtig sind, bekam über ihn eine ausgezeichnete Fotoausrüstung, mit der ich heute noch arbeite.

Er hat mir gezeigt, wie man sich gegenüber den Feuerwehrleuten und Polizeibeamten verhalten muss, wenn man deren Autos fotografieren möchte. Mit ihm habe ich meine erste Feuertaufe bestanden und Fotos vom Brand des größten hessischen Sägewerkes machen können. - Olaf Tampier herzlichen Dank dafür.

Ein weiteres, mindestens genau so großes Dankeschön geht an die Menschen, die auf den Fotos zu sehen sind und die mich über Jahre an den Einsatzstellen geduldet haben und von denen es niemals ein verkehrtes Wort  gegeben hat.

Der Dank geht hier in erster Linie ganz klar an meine Freunde von der Rettungswache Bad  Berleburg. Hier erfuhr ich immer Unterstützung in all meinen Ideen, was ich fotografieren wollte und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich erinnere an dieser Stelle an die Fotos, die für das Buch benötigt wurden, was jetzt auf der Wache liegt. Meine lieben Freunde ganz herzlichen Dank dafür!

Auch der Polizei und hier ins Besondere der Wache Bad Berleburg und dem Dezernat VL2 um Uwe Weinhold möchte ich ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen. Hier sei nur an die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Roger Saßmannshausen und Heiko Pratsch zwischen Meckhausen und Arfeld erwähnt, als es darum ging, dass ich Fotos von einem Verkehrsunfall für einen Zeitungsbericht benötigte - ihr Jungen was haben wir da im Regen gestanden! Auch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit allen anderen Kollegen der Bad Berleburger Polizeiwache (wie beim Orkan Kyrill mit Fritz Althaus) und mit Uwe Weinhold und den Mitarbeitern der Siegener Pressestelle ist beispielhaft. So war es überhaupt kein Problem, Schichten in Bad Berleburg mitzufahren und die Beamten mit dem Fotoapparat zu begleiten, oder bei größeren Einsätzen zu Silvester oder Altweiberfastnacht Termine zum Fotografieren zu vereinbaren. Das ist nicht selbstverständlich!

Auch bei der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk war das nie ein Problem. Als es darum ging, die Fahrzeugserien für die Westfalenpost zu schreiben, waren alle sofort dabei und haben mir jeden Wunsch erfüllt. An den Einsatzstellen hat es immer eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen uns gegeben, von der ich hoffe, dass sie auch in der Zukunft so gut ist. Auch - liebe Feuerwehrleute und THW-Helfer- wenn ich mit versprochenen Fotos manchmal sehr lange auf mich warten lasse - ich weiß Eure Unterstützung zu schätzen!

Ein weiters Dankeschön geht an die Mitarbeiter der Sparkasse Wittgenstein - insbesondere an Jutta Plaschke und Holger Saßmannshausen von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Als sich die Möglichkeit gab, hier einmal meine Bilder auszustellen, da erfuhr ich eine ganz hervorragende Unterstützung und ohne diese Menschen wäre das hier auch nie möglich gewesen.

Nicht vergessen möchte ich meine Kollegen der Westfalenpost, die mir bis heute immer das Ressort Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei überlassen haben und wo ich viele Freiheiten in der Berichterstattung über diesen Bereich habe. Das fängt an mit der Serie „Rettungsdienst in Wittgenstein", geht über THW und Feuerwehrserien bis hin zu Einsatzberichten, Jahreshauptversammlungen, Fahrzeugübergaben, Berufsreportagen und, und und. - Ganz herzlichen Dank dafür!

Sollte ich jetzt trotzdem noch jemanden vergessen haben, dann ist das ganz sicher nicht böse gemeint, sondern vielmehr in der Vorbereitung dieser Rede untergegangen. Und glaubt mir - ich habe wirklich ganz schön geschwitzt dabei!

Jetzt werden sich sicher einige fragen, was so eine Ausstellung eigentlich bringen soll und auch einige Kunden der Sparkasse, die die Fotos bei einem Besuch sehen werden, wissen vielleicht am Anfang nicht ganz so viel damit anzufangen. Immerhin hätte man hier Fotos von der schönen Wittgensteiner Landschaft oder der Natur und den Tieren ausstellen können. Aber hier hängen Fotos, wo Rettungskräfte im Einsatz sind, also solche Fotos, wo Menschen in Not geraten sind. Warum?

Nun, manchmal, so glaube ich, ist es in der Öffentlichkeit gar nicht so wirklich bekannt, was diese Menschen - auch zum großen Teil in ihrer Freizeit - eigentlich leisten.

Was heißt es eigentlich, wenn die Feuerwehr raus fährt mit Blaulicht und Martinshorn und dann nach 10 Minuten wieder zurückkommt?

„Was war das denn wieder? Wieso machen die denn früh morgens so einen Krach? Haben die etwa schon wieder eine Übung gehabt?" - Das sind nur einige Gedanken, die so mancher dann haben wird. Dass die Feuerwehrleute aber vielleicht gerade die Wohnungstür einer alten Dame geöffnet haben, damit der Rettungsdienst und der Notarzt Zugang zur Patientin haben, wird in der Hatz des Alltags nur allzu oft vergessen. Und dass es nur allzu oft vorkommt, dass auch der Rettungsdienst und der Notarzt der alten Dame nicht mehr helfen können, weil sie einfach aus dem Blickfeld ihrer Nachbarn verschwunden ist und gestorben ist - ja das wird niemandem bekannt, den es nicht unmittelbar betrifft.

Und davon gibt es ganz viele Beispiele, die zeigen, was diese Menschen leisten. Mit welchen Gefühlen werden wohl die Polizeibeamten zum Einsatz fahren, wenn sie hören, dass es zu Familienstreitigkeiten gekommen ist, vielleicht sogar Kinder beteiligt sind? Wie gehen sie damit um, wenn ein Mensch damit droht, sich das Leben zu nehmen, oder andere zu verletzen oder gar zu töten? Wie ist es, einer Familie eine Todesnachricht überbringen zu müssen, weil ein Mensch bei einem Verkehrsunfall nicht angeschnallt war und ums Leben gekommen ist? 

Im Gegenzug kann man hier auch die Frage stellen, wie Verkehrsteilnehmer reagieren, wenn sie Geld zahlen müssen, weil sie eben nicht angeschnallt waren. Was möchten die Polizeibeamten damit wohl verhindern? 

Wie ist es, wenn die Helfer vom Technischen Hilfswerk ihren Familien plötzlich sagen müssen, dass sie zu einem Einsatz nach Frankreich oder zum Oderbruch ausrücken müssen? Dass sie womöglich über Wochen und Monate nicht bei ihren Frauen und Kindern sein werden?

Wie fahren die Männer und Frauen vom Rettungsdienst von einem Einsatz zurück, wo sie nicht mehr helfen konnten, wo Kinder, Freunde oder Bekannte betroffen sind? Wie fühlen sie sich, wenn sie bei einer Wiederbelebung eines Familienvaters alles gegeben haben und es das Schicksal doch anders gemeint hat?

Ist es eigentlich jedem Bewusst, dass viele hundert Menschen tag täglich rund um die Uhr bereit sind, auszurücken, wenn irgendwo ein Mensch Hilfe benötigt und dass diese Helfer dabei jedes Mal mit einem persönlichen Schicksal konfrontiert werden? Nicht selten riskieren sie ihr eigenes Leben, um anderen zu helfen. Wird denn diese Arbeit auch in der Öffentlichkeit anerkannt?

Momente, in denen die Polizeibeamten mal wieder als Wegelagerer oder Bullen bezeichnet werden, wo dem Fahrer eines Rettungswagens, der mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs ist vor den Kopf gepackt wird, oder wo gesagt wird, dass die Feuerwehr nur den Durst gut löschen kann, lassen daran einen Zweifel entstehen.

Kürzlich habe ich mich noch mit einem Kollegen der Rettungswache unterhalten, der mir einen Notarztwageneinsatz schilderte, bei dem ein Rechtsanwalt ihn angemeckert hatte, weil er den Rettungswagen in einer Einfahrt abgestellt hatte, um nicht im fließenden Verkehr zu stehen.

Ist es auch jedem - und hier meine ich ganz besonders auch die Politiker - bewusst, dass diese Menschen ihren Dienst teilweise mit einer ganz desolaten Ausrüstung versehen müssen? Man muss sich doch mal vor Augen führen, dass diese Ausrüstung helfen soll, Menschen zu retten! Wie kann es da sein, dass es Feuerwehren gibt, die keine vernünftigen Umkleideräume in ihrem Gerätehaus haben, oder wo die Decke im Haus schimmelt? Das kann mir niemand mit leeren Kassen erklären! Wie viel kostet denn ein Menschenleben?

Und doch - trotz all dieser Vorurteile, trotz all dieser gefährlichen Einsätze und trotz all dieser Kritiker und dieser schlechten Ausrüstung werdet ihr keinen sehen, der deshalb seinen Dienst quittiert. Und diesen Menschen zum Dank und zur Anerkennung gibt es diese Ausstellung.

Sind es hier doch tatsächlich Menschen, die anderen Menschen helfen!

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