Hochwasser im Edertal

Die warmen Temperaturen zu Weihnachten und der einsetzende Regen haben in Wittgenstein nach den Schneekapriolen die Wasserstände drastisch ansteigen lassen.
Am Sonntagabend musste in Elsoff die Feuerwehr in die Jakobstraße anrücken, weil sich dort der sonst kleine Bach in einen reißenden Strom verwandelt hatte und große Geröllstücke und Baumstämme mit anschwemmte. Somit trat das Wasser über die Brücke und drohte an einem Haus ein Baugerüst umzureisen. Die Feuerwehr sicherte das Baugerüst ab und befreite das Brückengeländer von den großen Geröllstücken.
Auch in anderen Teilen Wittgensteins, beispielsweise im Edertal, stiegen die Flüsse über die Ufer. In Schwarzenau kam die Eder bis in die Gärten der am Ufer stehenden Häuser, lies ganze Straßenzüge wie zum Beispiel die Straße „An der Eder“ in ihrem Wasser verschwinden.
Die Anwohner schützten ihre Grundstücke und Hauseingänge, oder die Garagen mit Sandsäcken und Wasserpumpen vor dem Hochwassereinbruch. Auch wenige Kilometer vorher, im Bereich des Arfelder Hammer waren Straßen unter Wasser und nicht mehr passierbar. Die im Tal liegenden Wiesen waren in eine einzige Seelandschaft verwandelt worden. So sah es im gesamten Verlauf der Eder aus, von Raumland bis nach Beddelhausen und auch darüber hinaus. Im Bereich der Beddelhäuser Kläranlage und im Zufahrtsbereich zum Seniorenheim musste eine Straße gesperrt werden.
Lediglich die Wasservögel profitierten von dem Hochwasser: Graureiher, Stockenten und Kanadagänse machten es sich am und im Wasser gemütlicht.

 

 

 

Kurzum: War glücklich!

Heute war es endlich noch einmal soweit. Nachdem die BO 105 schon seit einigen Jahren aus der Luftrettung verschwunden ist, die Fans, Liebhaber, Mitflieger und Piloten dieser Maschine immer noch hinterher trauern, habe ich heute die Möglichkeit erhalten, noch einmal diesen faszinierenden Hubschrauber aus nächster Nähe zu erleben.
In Schameder waren heute Hubschrauber der Bundeswehr vom Kampffliegerregiment 36 „Kurhessen“ zu Gast, um eine Betankungsübung durchzuführen.
Bereits morgens um kurz nach neun Uhr sorgte der immer noch vertraute und unverwechselbare Sound der anfliegenden BO 105 für Gänsehaut. Wenige Minuten später waren sie da – drei Maschinen aus dem Hause Eurocopter – damals MBB. Da war es still unter den wenigen Leuten, die im Vorfeld vom Besuch wussten. Jetzt gehörte alle Aufmerksamkeit noch einmal den BO 105 – den Hubschraubern die ohne Zweifel Geschichte geschrieben haben. Elegant, millimetergenau und stilecht, wie man es von der Bo kennt, landeten die Piloten ihre Hubis an den vorgesehenen Platzierungen auf der Wiese. Solange, bis die Rotoren nachgelaufen sind, die Turbinen abgeschaltet sind und auch das nachdrehen der Rotorblätter beendet ist, sagt niemand etwas. Ich erinnere mich an leider schon vergangene Zeiten zurück und genieße jede Sekunde, diesen Hubschrauber noch einmal live erleben zu dürfen.
Die Maschinen werden betankt, ich erklimme einen hohen Aussichtspunkt und dann geht es auch schon wieder los. Die Hubschrauberbesatzungen steigen in ihre Maschinen und dann soll es wieder in die Luft und schließlich in Richtung Fritzlar gehen. Mit dem typischen Summen kündigt sich das Anlassen der Turbinen an und dann kommen die BO`s auf Touren. Genau so elegant wie sie gekommen sind, heben sie auch wieder ab. Mit einem schnellen Überflug verabschiedet sich einer der drei Piloten auf eine sehr schöne Art, dieses Erlebnis sollte aber noch einmal überboten werden, denn am Nachmittag war noch eine Übung angesetzt.
Wieder kamen die Maschinen im Schwarm eingeflogen und landeten nahezu parallel auf der Wiese in einer Reihe nebeneinander. Genuss pur.
Doch am Nachmittag, da war noch etwas anders. Ein Technikpilot, der schon rund 5000 Flugstunden auf der BO absolviert hatte, war mit von der Partie. Es war ein echt tolles Erlebnis, diesen „Vollblutflieger“ kennen zu lernen. „Na, dann komm mal her, jetzt kannst Du Bilder machen. Wenn nicht jetzt, wann dann“, rief er mir zu und das ließ ich mir nicht zwei Mal sagen. Schnell waren wir im Gespräch, er zeigte mir Triebwerke und Cockpit, hatte den Sitz in Sekundenschnelle frei geräumt. „Jetzt nimm Platz, wenn Du magst“, sagte er mit einem Strahlen im Gesicht. Dieses Angebot nahm ich sehr, sehr gerne an und merkte seit langem Mal wieder, wie schnell man sich über kleine und nette Gesten freut. Wie lange hatte ich schon nicht mehr in so einem Hubschraubermuster gesessen. Es war ewig her. Jetzt war es wieder mal so weit. „Gastflüge können wir leider nicht machen“, sagte er zu mir. Doch das war auch gar nicht nötig, diese Begegnung mit der BO und einem tollen Piloten war mehr als genug Erlebnis. Schade nur, dass dieses Hubschraubermuster auch in wenigen Jahren in Fritzlar verschwunden sein wird. „Da hängt das Herz dran. Das kann man nicht einfach wegwischen. Es wird mir sehr schwer fallen, wenn ich nicht mehr fliegen darf. Ich habe über 5000 Stunden auf der Kiste“, verrät der Vollblutflieger mit einem würdigenden Blick auf „seine“ BO 105.
Nun geht’s wieder in Richtung Fritzlar und ich stehe wieder an einem erhöhten Punkt. Jetzt kommt die BO noch mal richtig nahe, so nah, dass ich ein paar Schritt zurückgehen muss, um sie ganz aufs Bild zu bekommen. Einmal links, einmal rechts, nach rechts raus und steil nach oben, eine elegante Kurve, Scheinwerfer an und noch einmal mit einer eleganten Kurve und einem atemberaubenden Sound vorbei.
 „Na, und ? Zufrieden ?“, wandte sich ein Mann an mich, den ich morgens schon getroffen hatte. Er hatte auch seine Erfahrungen mit der BO 105. Als Soldat in Fritzlar und als Patient im Rettungshubschrauber. Ihm blieb nach diesem atemberaubenden Abflug genau wie mir fast die Spucke weg. Da hatten der Pilot und seine BO sich nicht lumpen lassen.
Somit hatte ich heute noch einmal die Möglichkeit zu genießen. Den unverwechselbaren Sound im schnellen Überflug, das Anlassen der Maschinen und teilweise drei Stück parallel, die unglaubliche Wendigkeit der BO, das Knattern der Rotoren, der Geruch nach Kerosin, noch einmal drin sitzen, ... Kurzum: War glücklich!
Ein ganz besonderer Dank geht an Pilot Ulrich Heine. Allzeit guten Flug, weiterhin viel, viel Freude mit der BO und beste Grüße nach Fritzlar! 

 

 

 

Mit Gasluftballon in Mast hängen geblieben

In einer ebenso dramatischen wie beispiellosen Aktion haben die Männer des Polizeihubschraubers „Ibis 3“ und zwei Höhenretter der Berufsfeuerwehr Wiesbaden heute (07.05.2011) Abend zwei Französischen Ballonfahrern das Leben gerettet. Die beiden 60 und 42 Jahre alten Franzosen waren bereits gestern Abend gegen 19 Uhr in einem Verband mit 10 Gasluftballons in Stuttgart im Rahmen eines Wettbewerbs gestartet. Sie wollten gegen 18 Uhr auf einer Wiese im hessischen Breidenbach landen. Dabei wurde ihr Ballon allerdings von einer starken Windböe erfasst und in etwa 35 Metern Höhe in einen Mast der Post gedrückt.
Dort blieben der Ballonkorb und die Ballonhaut hängen. Passanten, die den Unfall beobachtet hatten, alarmierten sofort die Feuerwehr. Nur wenige Minuten trafen die Kameraden aus Breidenbach und einigen Ortsteilen, sowie die Drehleiter aus Biedenkopf, zwei Rettungswagen, ein Notarzt, der Leitende Notarzt, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Führungsdienst des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die Höhensicherungsgruppe der Feuerwehr Marburg und die Polizei am Unfallort ein. Schnell erkannten die Einsatzkräfte vor Ort, dass mit den Mitteln, die sie zur Verfügung hatten, nichts ausrichten können. Die Drehleiter der Biedenkopfer Feuerwehr kam nicht an den Ballon heran.
Die Höhensicherungsgruppe der Feuerwehr Marburg, die zum Zeitpunkt der Alarmierung gerade an den Behring-Werken übte, stieg zum Korb hinauf und sicherte ihn in schwindelnder Höhe gegen Abstürzen. Unterdessen wurde von der hessischen Polizeifliegerstaffel aus Egelsbach ein Hubschrauber mit Winde angefordert, um die Ballonfahrer zu retten. Dafür wurde der Hubschrauber von einem Sondereinsatz in Frankfurt abgezogen. Die Polizeibeamten nahmen Rettungsgerät und brachten zwei Spezialisten der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Wiesbaden auf. Die Einsatzkräfte vor Ort hatten unterdessen einen Dolmetscher angefordert, um sich mit den Franzosen verständigen zu können. Glück im Unglück: Auf einem Rettungswagen im Landkreis hatte gestern Abend Cathrin Schäfer Dienst, die fließend französisch sprechen kann und zur Einsatzstelle beordert wurde. Über ein Funkgerät, das die Höhensicherer aus Marburg mit in den Ballonkorb genommen hatten, konnten sich Helfer und Opfer nun verständigen.
Während der gesamten Rettungsaktion blieb ein Feuerwehrmann bei den beiden Männern im Korb. Nach kurzer Wartezeit befand sich der Polizeihubschrauber im Anflug. Er landete zunächst vor Ort, damit die Spezialisten sich über die Rettung beratschlagen konnten. Die Feuerwehrleute am Mast schnitten unterdessen die Ballonhaut ab, damit die nicht durch den Abwind des Hubschraubers in den Rotor schlagen konnte. Nach etwa zehn Minuten war alles klar und die Rettung wurde vorbereitet.
Was sich nun abspielte, ist fast nicht in Worte zu fassen. Höhenretter Markus Nonninger sicherte sich mit entsprechendem Material und stand auf der Kufe der EC 145. Pilot D. Schneider hob mit dem Hubschrauber ab, während Flugbetriebsassistent Junghans das Manöver vom Boden aus beobachtete und darauf achtete, dass der Pilot keine Gefahren übersieht. In einem Millimetergenauen Anflug steuerte der Pilot den Mast an, während Windenoperator Bustert den Höhenretter auf dessen Kommando genau abseilte. Der Pilot konnte von all dem nichts sehen. Er musste sich mit seinen Flugmanövern nach den Angaben seiner Kollegen richten. Meter für Meter tasteten sich die Männer zum Ballon vor. Wie festgewachsen hielt Pilot Schneider „seine“ EC 145 auf der Stelle. Auf den Zentimeter genau steuerte Windenoperator Bustert das lange Seil. Genau so, wie es Höhenretter Markus Nonninger von ihm forderte. Sein Kollege war ebenfalls am Boden geblieben, um die Rettung von unten zu beobachten und bei Bedarf Hinweise geben zu können.
In schwindelnder Höhe konnte Markus Nonninger – am Seil gesichert – schließlich in den Ballonkorb einsteigen und als erstes den 60 jährigen Piloten sichern und an Bord des Hubschraubers bringen. Zielgenau steuerte Schneider den Hubschrauber dann zu Boden, um den Ballonfahrer in die Obhut der wartenden Rettungskräfte zu geben. Wenige Sekunden später war die Maschine wieder in der Luft, um auch den zweiten gestrandeten Ballonfahrer zu retten. Und wieder leistete das Team – als wenn es schon immer zusammengearbeitet hätte – Präzisionsarbeit. In wenigen Minuten war auch der zweite Ballonfahrer an Bord des Hubschraubers und schließlich am Boden. Beide Männer haben den Unfall ohne Verletzungen überstanden. Die Crew des Polizeihubschraubers und die Männer der Berufsfeuerwehr Wiesbaden waren sehr erleichtert und froh über  den tollen Ausgang der Rettungsaktion. Nach der Landung umarmten sie sich kurz und freuten sich sehr unter dem Applaus der anwesenden Passanten, Pressevertreter und Einsatzkräfte.
Es sei ein schwieriger Flug gewesen, den man nicht alltäglich zu absolvieren hat, erklärte Pilot Schneider noch, bevor er und sein Team schon wieder zu einem Folgeeinsatz gerufen wurden. Auch die Höhenretter aus Wiesbaden waren sich einig, dass es so einen Einsatz nicht jede Woche gibt. Souverän und vielleicht auch ein bisschen bescheiden stiegen die Polizisten nach einem kurzen Gruppenfoto in ihre Maschine und nahmen Kurs in Richtung Odenwald, wo der nächste Einsatz bereits wartete. Die Männer der Berufsfeuerwehr Wiesbaden mussten so mit dem Auto zurück fahren – mit dem stolzen Gefühl, zwei Menschen das Leben gerettet zu haben. Um die Bergung des Ballons, der noch immer gesichert am Mast hängt, muss sich nun eine Spezialfirma kümmern.   

 

 

 

Einsatztaucher bergen Wildschwein

Samstagmorgen, etwa 10 Uhr. Es ist kalt, windig und ungemütlich. Es herrscht kaum Besuch an dem verregneten Morgen an der Breitenbachtalsperre oberhalb von Dahlbruch und Allenbach. Für die Rettungstaucher der DLRG, Bezirk Siegerland-Wittgenstein, steht ein besonderer Auftrag an: Ein totes Wildschwein soll aus einem Vorstaubecken geborgen werden. Nachdem sich alle Helfer am Parkplatz kurz vor der Talsperre getroffen haben, geht es im Konvoi in einen abgesperrten Bereich. Dort war das Wildschwein in den letzten Tagen ins Eis eingebrochen und im Schlamm stecken geblieben. Das wurde dem Tier zum Verhängnis und es konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien, sodass es im Wasser unbemerkt verendet ist. Bei einem Kontrollgang des Wasserverbandes viel der Tierkadaver im Becken auf und es wurde somit ein Termin mit der DLRG gemacht, um das tote Wildschwein zu bergen. „Normalerweise bergen wir nur Personen. Aber hier war auch eine Gefährdung des Trinkwassers nicht auszuschließen“, erklärt Peter Mosch, Einsatzleiter an diesem Tag.

Unterdessen machen sich die beiden Einsatztaucher Christian Hönig und Volker Schmeck bei widrigstem Wetter startklar für den Einsatz im kalten und schlammigen Wasser des Vorstaubeckens. Sie ziehen sich bei strömendem Regen ihre rote Einsatzkleidung aus und zwängen sich in einen Taucheranzug. Das Wildschwein ist bereits von außen zu erkennen. Parallel dazu sichern andere DLRG – Helfer den Einsatz ihrer Kollegen mit dicken Leinen, die sie an einem Baum in der Uferböschung befestigen und machen das Surfbrett startklar. Darauf sollen die beiden Taucher sich gleich dem Wildschwein nähern und ein Seil um das Tier legen, um es dann ans Ufer zu ziehen und zu bergen.

Zunächst aber sehen die beiden Taucher, die sich mit dem Surfbrett zügig in Richtung Wildschwein bewegen, das Tier an. Ob und wie es im Schlamm steckt, oder ob es problemlos geborgen werden kann. Nachdem Volker Schmeck das Tier begutachtet hat, werden er und sein Kollege Christian Hönig von den Kollegen am Ufer mittels einer dicken Leine zunächst wieder zurückgezogen. Die Männer holen nun einen starken Strick, den sie dem Tier um den Hals legen wollen. Wieder geht es raus in Richtung Wildschwein. Christian Hönig muss ordentlich Kraft aufbringen und mit den Beinen für Antrieb sorgen, um das Surfbrett mit ihm und seinem Kollegen drauf noch einmal zum Schwein zu steuern. Doch auch das ist nach wenigen Minuten geschafft. Nun ist Volker Schmeck wieder an der Reihe: Er legt dem Tier schließlich den Strick um den Hals und dann wird das Gespann ans Ufer gezogen. Dort kann das mittelgroße Wildschwein problemlos ans Ufer gewuchtet und anschließend hochgezogen werden.

Nach etwa einer Stunde ist der Einsatz bereits beendet und das Wildschwein an die Jagdaufseher übergeben. Die beiden Taucher haben den Ausflug ins Kühle Nass ohne Probleme überstanden und die DLRG ihre Aufgaben einmal mehr gemeistert.  

Ein besonderer Dank geht an Carsten Mosch für die vorherige Information über dieses Ereignis und an die netten Einsatzkräfte vor Ort, die mich ohne Probleme fotografieren ließen und für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

 

 

 

Ein Stück Weihnachten für Bad Berleburg

Der einsetzende Schneefall hat für die erste vorweihnachtliche Atmosphäre gesorgt. Die fleißigen Helfer des THW Ortsverband Bad Berleburg haben gestern (23.11.2010) einen weiteren großen Teil dazu beigetragen. Wie schon so oft in den letzten Jahren, waren die ehrenamtlichen Helfer auch gestern wieder unterwegs, um die Weihnachtsbeleuchtung in Bad Berleburg anzubringen. Ab 17 Uhr waren die Helfer mit Hubwagen und großem Engagement im Einsatz, um Bad Berleburg einen weihnachtlichen Glanz zu verleihen. Während die einen Kameraden im Hubwagen standen und die „Bauteile“ an die Leitungen montierten, mussten andere für die Sicherheit ihrer Kameraden sorgen, und den Verkehr vorsichtig an Helfern und Hubwagen vorbeilotsen. Ein weiterer Teil der Helfer war unterdessen mit einem Schlepper unterwegs, um die leuchtenden Sterne an die Straßenlampen zu montieren. Doch mit dem Aufhängen der Beleuchtung war es nicht getan: Es mussten auch defekte Glühbirnen ausgetauscht werden und kontrolliert werden, ob der Weihnachtsschmuck auch wirklich mittig über der Poststraße hängt und gut aussieht. Nach einigen Stunden arbeit bei ungemütlicher Kälte und Dunkelheit bei Schneeregen waren die Helfer fertig mit ihrer Mission, mit dem guten Gefühl, Bad Berleburg Weihnachten ein Stück näher gebracht zu haben.

 

 

 

Hochwasser in Wittgenstein

Das starke Regenwetter am Wochenende hat in Wittgenstein an vielen Orten für Hochwasser und Überschwemmungen gesorgt. Im Edertal waren Strassen überschwemmt und ganze Wiesenflächen hatten sich in Seenlandschaften verwandelt. In der Arfelder Stedenhofstraße musste in der Nacht zu heute (14.11.2010) eine Sperrung durchgeführt werden, weil die Eder bis in die Grundstückseinfahrten und auf die Straße vorgedrungen war. Auch im Bereich des Arfelder Hammer und in Beddelhausen „Auf der Zäune“ mussten Straßen und Wege teilweise gesperrt werden. Für die Feuerwehren blieb es aber dennoch verhältnismäßig ruhig am Wochenende: Die Feuerwehrleitstelle in Siegen berichtete lediglich von einigen kleineren Einsätzen in Erndtebrück und Bad Laasphe, wo vereinzelt Keller ausgepumpt werden mussten. In Arfeld wurde die Feuerwehr am Samstagmittag alarmiert, um einen Baum „Im Ahlen“ zu entfernen, der auf die Straße gestürzt war. Doch hier hatten die Anwohner bis zum Eintreffen der Feuerwehr den Baum bereits beseitigt. Auf der L553 in Richtung Röspe war es am Samstagmittag zu einer Überflutung der Fahrbahn gekommen, weil ein Fischweiher übergelaufen war. Hier musste die Feuerwehr Birkelbach einen Kanaldeckel öffnen, um das Wasser abfließen zu lassen. Außerdem bauten die Kameraden einen Damm aus Sandsäcken und Holz, um das Wasser umzuleiten. Die Straße wurde anschließend einseitig gesperrt. Die Birkelbacher Feuerwehr war auch am Samstagmorgen schon ausgerückt, als es im Bereich des Bahnhofes und in der Goddelsbach wegen verstopfter Gullys zu Überschwemmungen kam. Größere Sachschäden blieben in Wittgenstein zum Glück aus.  

 

 

 

Tunnel gesperrt und verraucht

Reges Treiben herrschte gestern Abend (05.10.2010) im Stadtzentrum von Winterberg. Der Waltenbergtunnel wurde durch Mitarbeiter des Landesbetrieb Straßen NRW gesperrt, es wurden Warnbaken aufgestellt und die Ampel umgeschaltet. Polizeibeamten betraten den Tunnel, ein Abschleppwagen und ein Gabelstapler fuhren in den Tunnel. Der Abschlepper hatte zwei Unfallfahrzeuge dabei und auf dem Parkplatz eines nahe gelegenen Einkaufsmarktes hielt ein KTW des DRK Winterberg, in dem drei Menschen als Verletzte geschminkt wurden.
„Wir müssen solche Übungen alle vier Jahre durchführen“, erklärt Markus Niggemann vom Landesbetrieb Straßen NRW, von dem der Tunnel unterhalten wird. Die Autos werden abgeladen und mit dem Gabelstapler in die richtige Position gebracht, die Verletztendarsteller hinein gesetzt und auf die Straße gelegt. Jetzt noch ein wenig Kunstblut und dann wird der Tunnel mit einer Nebelmaschine derart stark verraucht, dass man seine Hand vor Augen nicht mehr sehen kann. Nun wird der Notruf abgesetzt und es wird Alarm für die Feuerwehr Winterberg, den Rettungsdienst und die Polizei ausgelöst.
Nach wenigen Minuten ist der Angriffstrupp des Hilfeleistungslöschfahrzeuges unter schwerem Atemschutz im Tunnel. Die Männer können sich nicht sehen, zu dicht ist der Qualm. Dennoch schaffen sie es irgendwie, die Verletzten ausfindig zu machen und eine detaillierte Rückmeldung abzugeben. Während ein zweiter Angriffstrupp losgeschickt wird, betreuen die Feuerwehrleute – darunter auch ein Rettungsassistent – die Verletzten. Nach kurzer Zeit kann ein auf der Straße liegendes Unfallopfer mittels Fluchthaube und Zuleitungsschlauch mit Luft aus der Pressluftflasche der Feuerwehrleute versorgt und nach draußen geleitet werden. Dort warten bereits mehrere Rettungsassistenten der Rettungswache Winterberg mit RTW, NEF und KTW.
Nachdem einer der beiden Pkw, in dem sich noch zwei Verletzte befinden, geöffnet wurde, werden auch diese beiden Menschen schnell durch die Feuerwehr aus dem Tunnel getragen und dem Rettungsdienst übergeben. Im Angesicht der Leistungen, die hier von allen eingesetzten Kräften, aber insbesondere von den beiden Angriffstrupps der Feuerwehr vollbracht wurden, bleibt es hier nur, den Hut zu ziehen. Nach etwa einer Stunde war die Einsatzübung beendet. In spätestens vier Jahren gibt es erneut Übungsalarm im Waltenbergtunnel.

 

 

 

Als erster Ortsverein in NRW zertifiziert!

Das war Premiere am Freitagabend (16.07.2010). Premiere für Bad Laasphe, für Wittgenstein, und für ganz Nordrhein-Westfalen. Als erster DRK Ortsverein in Nordrhein-Westfalen bekamen die ehrenamtlichen Helfer aus Bad Laasphe nämlich am Freitag eine Zertifizierungsurkunde über eine effiziente Qualitätssicherung im Ehrenamt überreicht. Der Landesrotkreuzleiter Heinz-Wilhlem Upphoff, der Leiter der Servicestelle Ehrenamt vom DRK Landesverband Westfalen-Lippe, Volker Schmid, der Kreisvorsitzende Landrat Paul Breuer, die Geschäftsführung des DRK Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein und die Kreisrotkreuzleitung – sie alle waren gekommen, um dem DRK Bad Laasphe – dem Ortsverein mit der Vorreiterrolle für ganz Nordrhein-Westfalen – zu diesem großartigen Erfolg zu gratulieren. Mit dem Qualitätsmanagement im Ehrenamt, kurz EQ, haben die Bad Laaspher Rotkreuzler einen entscheidenden Maßstab gesetzt.
Bei bestem Sommerwetter wurde am Freitagabend vor dem DRK Haus in Bad Laasphe das Zertifikat übergeben und von den Verantwortlichen des Bad Laaspher Ortsvereins eindrucksvoll erklärt und dargestellt, was diese Zertifizierung bedeutet. „Stillstand bedeutet Rückschritt“, machte Rotkreuzleiter Marco Klein deutlich. Über Jahre hinweg, so machten Marco Klein und der Vorsitzende des Bad Laaspher Ortsvereins, Fritz Bosch, am Freitagabend noch einmal deutlich, könne man beim DRK in Bad Laasphe einen sehr hohen Qualitätsstandard vorweisen. Nun habe man den großen Schritt gewagt, diese Qualitätsstandards zu sichern und zertifizieren zu lassen. Das heißt, die Arbeit des Bad Laaspher Ortsvereins wurde von einer externen Stelle genauestens unter die Lupe genommen, und es wurde überprüft, wie effektiv die standardisierten Abläufe tatsächlich sind. Das Ergebnis fiel sehr positiv aus. „Anforderungen voll erfüllt, Zertifikatserteilung befürwortet“, urteilte der Landesverband. Doch der Weg bis zu diesem Punkt war lang, wusste Rotkreuzleiter Klein zu berichten. „Das ging nicht von heute auf Morgen. Erste Gespräche liefen schon in 2007. Es mussten dann Checklisten erstellt werden, Abläufe mussten genau festgelegt werden und dann musste das System von jedem einzelnen Kameraden auch umgesetzt und gelebt werden“, erklärte Klein. Gemäß den Hauptaufgaben hat sich der Bad Laaspher Ortsverein beim EQ wahlweise für das Modul Sanitätsdienst entschieden. „Es darf für den Patienten keinen Unterschied machen, ob ein Rettungswagen aus dem Hauptamt oder dem Ehrenamt kommt, die Qualität muss immer auf dem gleichen hohen Niveau vorhanden sein“, machte Klein deutlich.

Wie gut die Bad Laaspher Kameraden diese Qualität beherrschen, wurde eindrucksvoll in einer Einsatzübung gezeigt, bei der ein verunfallter Radfahrer versorgt werden musste. Hier wurde der Vorteil des EQ deutlich: Ohne große Überlegungen und Mühen konnten die beiden Rettungssanitäter René Achenbach und Fabian Dietrich den Radfahrer versorgen. Alle Abläufe, alle Maßnahmen und die Vorgehensweise waren klar geregelt, der Einsatzablauf ein Selbstläufer. Im Notfallrucksack und im gesamten Rettungswagen hatte jedes Gerät, jedes Verbandpäckchen seinen vorgegebenen Platz. Jeder konnte nahezu blind arbeiten und ein langes Suchen oder Überlegen war nicht notwendig. Auch der Kreisvorsitzende des DRK in Siegen-Wittgenstein, Landrat Paul Breuer, freute sich über den Erfolg in Bad Laasphe: „Glückwunsch für die Offenheit im Neuen“, wandte sich Breuer an seine Kameraden. Er machte auch deutlich, dass die Stadt Bad Laasphe und ganz Wittgenstein von diesem Schritt profitiert: „Das beste Marketing ist die Qualität“. Voll des Lobes und der Anerkennung war auch Landesrotkreuzleiter Heinz-Wilhelm Upphoff: „Seit 2000 gibt es Diskussionen um Qualität im Ehrenamt. Ehrenamt und Qualität schließen sich nicht aus. Die ganz große Botschaft muss sein, Ehrenamt und Hauptamt auf einer Linie zu haben. Dieser große Erfolg wird sich rechnen“.      

 

 

 

Wenn Engel Namen haben

 

 

 

"Jamie" mit ihren Rettern und den stolzen Besitzern.

 

 

Manchmal kann man Engeln auch begegnen. Stephan Dickel und Philipp Weyandt sind solche. In einer beispiellosen Rettungs- und Hilfsaktion haben der Feuerwehrmann und der angehende Rettungsassistent dem Hund „Jamie“ aus Bad Berleburg das Leben gerettet.Als Luise Wahl mit dem Familienliebling, einem eineinhalb Jahre alten Cocker Spaniel, unterwegs war, glaubte sie nicht daran, dass sie ihren treuen Vierbeiner noch einmal lebend sehen würde. Beim winterlichen Spaziergang im Schlosspark war Hündchen „Jamie“ einfach ausgebüchst und auf einen zugefrorenen Teich gelaufen. Irgendwo, etwa in der Mitte des Teichs, war die Eisdecke zu dünn – „Jamie“ brach ein und drohte zu ertrinken. „Das war ganz schlimm. Ich habe rund zwei Wochen gebraucht, um mich von den Eindrücken zu erholen“, erinnert sich Luise Wahl an diese schrecklichen Minuten im Februar diesen Jahres. Zum Glück kam kurz nachdem „Jamie“ eingebrochen war, auch eine Joggerin vorbei, die ein Handy dabei hatte. „Dann habe ich sofort meinen Sohn und die Feuerwehr angerufen“, berichtet Luise Wahl. In der Rettungsleitstelle der Feuerwehr in Siegen wurde ihr Notruf entgegengenommen. Der Dienst habende Disponent alarmierte ohne zu zögern die Bad Berleburger Feuerwehr zum Alarmeinsatz mit dem Stichwort „Hund im Eis eingebrochen“. In Windeseile machten sich die ehrenamtlichen Feuerwehrleute auf den Weg zum Einsatz. Unter ihnen war auch Stephan Dickel, selbst stolzer Hundebesitzer. „Da habe ich mir ganz besondere Gedanken gemacht, weil wir unseren Hund da erst vor wenigen Wochen bekommen haben“, erzählt der Feuerwehrmann. Die Anfahrt zum Schlosspark dauerte nur wenige Minuten. In dieser Zeit hatte Andreas Wahl, der mittlerweile auch zum Unglücksort geeilt war, bereits versucht, den Hund zu retten. „Der kurze Wimpernschlag zwischen Leben und Tod hat mich sehr berührt. Das kann doch nicht sein, dass der Hund da wenige Meter von mir entfernt ist und gerade absäuft“, berichtet Andreas Wahl von seinen damaligen Eindrücken. Er hat es leider nicht geschafft, den Hund aus dem Eis zu ziehen.

 

Stephan Dickel von der Feuerwehr und Philipp Weyandt haben dem Hund das Leben gerettet.

„Das Martinshorn war eine große Erleichterung“, Luise Wahl und Sohn Andreas waren auf die Hilfe der Feuerwehr jetzt dringend angewiesen. Sowohl Hund „Jamie“, als auch Andreas Wahl, der bereits aufs Eis gerobbt war, waren mit den Kräften am Ende. Die Feuerwehr brachte die Drehleiter in Stellung, fuhr sie rund 14 Meter weit aus, um den Hund zu retten. Wie selbstverständlich kletterte Stephan Dickel über den Leiterpark zum Teich und schaffte es, „Jamie“ aus dem eiskalten Wasser zu ziehen. Unter großer Anteilnahme und Beifall der umstehenden Zuschauer konnte er den kleinen Hund in Decken eingehüllt an seine Besitzer übergeben. „Der war hart wie ein Stück Holz“, erinnert sich Andreas Wahl. Er fuhr mit dem unterkühlten Hund umgehend in eine Berleburger Tierarztpraxis. Hier hatte an diesem Tag auch Philipp Weyandt Dienst, der aushilfsweise in der Tierarztpraxis arbeitet. „Der Hund hat nicht mehr gezittert, nur noch geschrieen. Er war vollkommen durchnässt. Sein Besitzer hatte Tränen in den Augen“, erinnert sich Philipp Weyandt an diesen späten Nachmittag. „Deshalb habe ich den Hund zunächst in trockene Decken gehüllt, ihn abgetrocknet und geföhnt“, berichtet er weiter. Parallel dazu bekam „Jamie“ von der Tierärztin Medikamente, die den Kreislauf stabilisieren sollten. Nach mehr als einer Stunde hatte „Jamie“ wieder eine annähernd normale Körpertemperatur. Bei der ersten Messung hatte das Thermometer lediglich „low“ angezeigt. Als die Körpertemperatur wieder einigermaßen normal war, konnte „Jamie“ in die Obhut der Familie Wahl entlassen werden. Zu Hause, so der Rat aus der Tierarztpraxis, sollte „Jamie“ auf einer Wärmedecke und unter einer Infrarotlampe liegen. Im Notfall sollte die Tierärztin sofort wieder angerufen werden. Dazu kam es aber Dank dem Schnellen und Selbstlosen Feuerwehreinsatz und der kompetenten Versorgung in der Praxis nicht mehr. „Jamie“ hatte sich schnell wieder vollständig erholt und kann ihre Familie wieder erfreuen. 

 

 

 

Das große Aufräumen nach Xynthia

Einen Tag nach dem Orkan „Xynthia“ über Wittgenstein hinweggefegt ist, wurden die Schäden und das Ausmaß erst heute Morgen (01.03.2010) richtig deutlich. Die L 718 zwischen Bad Laasphe und Sassenhausen wird wahrscheinlich erst Morgen wieder befahrbar sein. Den ganzen Tag lang waren Mitarbeiter des Landesbetrieb Straßen NRW, der städtischen Bauhöfe und private Forstunternehmen im Einsatz, um die Straßen wieder passierbar zu machen.

Am Morgen wurde unter anderem die B 480 zwischen Schüllar und Dödesberg von Bäumen befreit und Girkhausen wieder erreichbar gemacht. Dort waren seit gestern Nachmittag Menschen eingeschlossen, die zum Teil auch auf Medikamente angewiesen waren. „Wir waren seit 16 Uhr eingeschlossen. Dann waren wir längere Zeit im Feuerwehrhaus untergebracht“, berichtet Marietta Schäfer aus Bad Berleburg. „Ein Notarzt aus dem Ort war ebenfalls im Feuerwehrhaus“, berichtet Marietta Schäfer weiter. Sie machte sich auch Sorgen um ihren neun Monate alten Enkel Jonathan Ryan. „Wir hatten gar keine Milch für unseren Jungen“, erklärt sie. Marietta Schäfer fand zusammen mit ihrem Enkel und der Schwiegertochter über Nacht eine Bleibe bei einer Familie im Ort, wo auch Schmelzflocken für das Kind organisiert wurden. Am Morgen traten die Schäfers dann die Heimreise nach Bad Berleburg an. Als sie kurz nach dem Dödesberg noch einmal eine Zwangspause einlegen mussten, während die Männer des Landesbetrieb Straßen NRW die Bundesstraße frei geschnitten haben, bekam Jonathan Ryan nicht mit. Er konnte währenddessen gemütlich in seinem Kindersitz schlafen.
Ebenfalls seit gestern Abend steckte ein Lkw-Fahrer fest. Er hatte nicht so viel Glück, Unterschlupf bei einer Familie zu finden. „Ich transportiere Gefahrgut. Da kann ich den Zug nicht alleine lassen“, erklärte der Fernfahrer aus Bremen. „Ich wollte mir einen Kaffee kochen, aber ich hatte kein Wasser“, berichtet er weiter. „Da musste ich mir die Nacht so um die Ohren schlagen“. Nach einiger Zeit konnte auch er heute Morgen seine Fahrt fortsetzen. Ebenfalls dicht war es auch zwischen Raumland und Bad Berleburg. Dort musste die B 480 gesperrt werden, da Bäume auf die Fahrbahn zu stürzen drohten. Ein Bus und ein Lkw hatten sich dort bereits festgefahren. Hier machten die städtischen Arbeiter und die Firma Holz Winter die Straße wieder passierbar.

Besonders schlimm hat es die L 718 zwischen Sassenhausen und Bad Laasphe erwischt. Hier geht ab dem Abzweig nach Harfeld nichts mehr. Die Aufräumarbeiten dort werden wohl noch bis Morgen andauern und sind nur mit schwerem Gerät möglich.

Ein großes Lob für Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz fand Diethard Altrogge vom Forstamt Hilchenbach. Nachdem gestern Abend im Forsthaus Hohenroth Panik auszubrechen drohte, hatte die Erndtebrücker Feuerwehr den Weg mit schwerem Gerät freigemacht, um die eingeschlossenen Menschen dort zu befreien. Vorsorglich war auch ein Rettungswagen des DRK Bad Laasphe mit im Einsatz. Glücklicherweise verursachte Orkantief „Xynthia“ keine Personenschäden.   

 

 

 

Einsatz im Winter

Der heftige Schneefall der letzten Wochen war für das Kreisgebiet schon etwas ungewöhnlich. Das hatte es das letzte Mal wohl vor und fünfzehn oder zwanzig Jahren gegeben. Vielerorts kam der Verkehr zum erliegen, meterhoch türmten sich die Schneeberge am Straßenrand, Dächer mussten von der Schneelast befreit werden und einige Straßen waren unpassierbar.

Am Nachmittag und Abend des 2. Februar schneite es noch weiter hinzu und die Schneemengen wurden noch größer. Überall kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen und auch auf der Autobahn A 45 kam der Verkehr in Richtung Dortmund zum Stillstand. Ab dem späten Nachmittag des 2. Februar ging dort auf einer Strecke von rund 40 Kilometern nichts mehr.

Am nächsten Morgen wurden Rettungskräfte vom Deutschen Roten Kreuz aus dem ganzen Kreis Siegen-Wittgenstein und das Technische Hilfswerk alarmiert, um den auf der Autobahn festsitzenden Menschen mit heißem Tee, Fleischwurst, Brötchen und Decken etwas gutes zu tun. Im weiteren Verlauf des Morgens wurden zu diesem Großeinsatz auch alle DRK Ortsvereine aus Wittgenstein im Rahmen der zweiten Einsatzeinheit alarmiert.
In Bad Berleburg, in Bad Laasphe und Erndtebrück erhielten die ehrenamtlichen Helfer ihren Einsatzbefehl. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung waren mit Marcus Weber, Philipp Weyandt, Dominik Wagener und Iris Schneider die ersten Einsatzkräfte am DRK-Zentrum eingetroffen. Nur kurze Zeit später waren auch die restlichen Helfer vor Ort eingetroffen, während die ersten bereits im nahe gelegenen Lebensmittelgroßhandel „3F“ große Mengen an Fleischwürstchen und Tee eingekauft hatten
Andere beluden den Küchen Lkw mit dem notwendigen Material, oder besorgten ohne Ende Wolldecken aus dem Lager, die auf den Fahrzeugen verladen wurden. Der Betreuungsanhänger (dies ist ein spezieller Anhänger des Landes NRW mit Ausrüstung für die Betreuung von rund 200 Betroffenen Personen, zum Beispiel nach einer Evakuierung) wird angehängt, die Fahrzeuge mit farbigen  Fahnen für eine Kolonnenfahrt beflaggt. In Bad Laasphe und Erndtebrück spielen sich ähnliche Szenen ab, wobei Bad Berleburg für die Komponente Führungstrupp und Betreuung, Bad Laasphe für den Sanitätsdienst und Erndtebrück für die Komponente Technik und Sicherheit verantwortlich ist
Als alle notwendigen Vorbereitungen getroffen sind, treffen sich die Einsatzkräfte zur gemeinsamen Kolonnenfahrt mit insgesamt acht Fahrzeugen aus Wittgenstein am DRK Zentrum in Erndtebrück. Von dort aus geht es dann geschlossen in Richtung Büschergrund. Dorthin hat die Rettungsleitstelle die Kräfte beordert
Bereits auf der Anfahrt ist der kilometerlange Stau auf den Autobahnbrücken zu sehen. Beim Eintreffen in Büschergrund sind dort bereits Kollegen aus dem Siegerland vor Ort, die schon mit der Arbeit begonnen haben
Nun werden die Materialien ausgeladen und es gibt eine kurze Lagebesprechung. Einige der Wittgensteiner Fahrzeuge sollen mit heißen Würstchen, Tee und Decken beladen auf die Autobahn gehen.
Dann jedoch, kurz vor der Fahrt auf die Autobahn kommt plötzlich die Meldung, dass der Verkehr wieder rollt und ein Einsatz der Wittgensteiner Kräfte nicht mehr erforderlich ist
Etwas enttäuscht brechen die motivierten Helfer ihren Einsatz ab und fahren wieder in die Heimat. Am späten Nachmittag kommen sie dort an und können stolz sein auf die hervorragende Personalstärke und Ausrückezeit, die leider an einigen Stellen immer wieder in Frage gestellt wird.
„Wir haben gezeigt, dass es doch geht. Auch Mittwochmorgens um neun Uhr“, bedankten sich die Führungskräfte abschließend bei ihren ehrenamtlichen Helfern der DRK Ortsvereine.      

 

 

Ein Geschenk von Freunden

„Das erste Modell im Maßstab 1:87 wird den Weg zu Dir finden“. So stand es Anfang Dezember zu meinem Geburtstag auf dem Gutschein, den mir die Freunde und Kollegen vom DRK Ortsverein Bad Laasphe geschenkt hatten. Über dem Schriftzug fanden sich Fotos vom neuen Mannschaftswagen des DRK Ortsvereins, beschafft im September 2008. „Eigentlich sollten sie schon da sein“, erklärte Marco Klein mir.

Knapp acht Wochen später. Bad Laasphe, Gartenstraße, DRK-Zentrum. Es ist ca. 15 Uhr. Es ist kalt, es schneit und es liegen bereits rund 60 Zentimeter Schnee. Trotz des schlechten Wetters nehmen wir in Bad Laasphe einen Fototermin wahr. Es geht darum, den Mannschaftswagen mit zwei Besatzungsmitgliedern und den nun eingetroffenen Modellen in Szene zu setzen. Während der Wagen vor die Garage gefahren wird, präsentiert Marco Klein mir einen Karton. Jetzt kommt auch Marco Scheffel hinzu, der den Wagen eben vor die Halle gefahren hat. „Da sind sie“, sagen die beiden mir mit einem Lächeln im Gesicht und mit Strahlen in den Augen. Wie kleine Kinder freuen wir uns gleichermaßen und betrachten die wirklich originalgetreu gestalteten Miniaturmodelle des Mannschaftswagens, die die Firma Rietze Modellbau vor einem halben Jahr produziert hat. Dann stellen sich die beiden DRK-Helfer zum Foto auf. Auch Hund Balou möchte gerne mit aufs Foto. Für die Zeitung geht das leider nicht, aber für meine Homepage kommt wohl kein anderes Foto in Frage. Schließlich gehört dieser liebenswürdige Weggefährte schon fast zum Inventar beim Bad Laaspher DRK. Nun sind auch die Fotos gemacht, der VW Bus wird zurück in die Halle gefahren. Bei mir steigt ein wenig die Anspannung und die Vorfreude. Immer wieder habe ich meinen Geburtstagsgutschein im Kopf. Aber sagen möchte ich auch nichts, das erscheint mir unhöflich und aufdringlich. Dann greift Marco mit einem Lächeln in die Kiste und nimmt eines der Modelle heraus. Meine Anspannung steigt ein weiteres Mal. „So“, sagt er, „hier ist Dein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Das ist wirklich das erste Modell, was ausgegeben wird. Alle anderen konnten bisher nur reservieren“, verkünden mir die beiden DRK-Helfer. Das ehrt mich natürlich sehr. Weiß ich doch, dass es bereits sehr, sehr viele Anfragen im Vorfeld gegeben hat. Auf dem Weg zurück nach Bad Berleburg stelle ich mein Modell auf Armaturenbrett und kann es während der Fahrt ansehen. Mit einem Anflug von Zufriedenheit komme ich daheim an, stolz der erste Besitzer eines so schönen Modellautos sein zu dürfen. Nun steht es in meiner Vitrine, direkt vor den größeren Rettungswagen und zwei Hubschraubermodellen der ADAC Luftrettung. Direkt an erster Stelle. Als Geschenk von guten Freunden – Dankeschön!

 

 

Zum Preis von 10€ kann das Modell beim DRK Bad Laasphe unter der e-mail Adresse info@drk-laasphe.de bezogen werden.         

Ein LKW für DRK Bad Laasphe

Seit Samstagmittag (25.10.2009) ist der DRK Ortsverein in Bad Laasphe stolzer Besitzer eines Gerätewagens Sanitätsdienst. Im Rahmen der Einsatzeinheiten, die in Form des „Katastrophenschutzes" im Land NRW vorgehalten werden müssen, kommt dabei jedem Ortsverein des Roten Kreuzes eine Teilaufgabe zu. Die Bad Laaspher Kameraden haben dabei das Glück, sich im Rahmen der Einsatzeinheit um die ursprüngliche Aufgabe des Roten Kreuzes - den Sanitätsdienst - kümmern zu dürfen. Dafür wurden am Samstag von einem Vertreter der Landesregierung 50 solcher Gerätewagen an die DRK Einheiten in NRW übergeben. Das Fahrgestell wurde von Mercedes gebaut, während die Firma Ewers aus Meschede den Kofferaufbau gestaltete. Dort wurden die Fahrzeuge am Samstag auch offiziell übergeben. Zusammen mit dem „Abrollbehälter MANV" des Kreises Siegen Wittgenstein, der beim THW in Siegen untergebracht ist, können diese Gerätewagen bei einem Massenanfall von Erkrankten oder Verletzten Personen eingesetzt werden. In Bad Laasphe soll nun noch ein weiterer Krankentransportwagen für die Zwecke der Einsatzeinheit stationiert werden.In absehbarer Zeit soll in Bad Berleburg ein Küchen-Lkw stationiert werden. In der Einsatzeinheit übernimmt der Ortsverein Bad Berleburg den Part „Betreuung", in Erndtebrück kümmert man sich im Rahmen der Einsatzeinheit um die Komponente „Technik und Sicherheit". Hierzu wird in Kürze nachberichtet.

Marco Klein und René Achenbach freuen sich über das neue Fahrzeug. Hund Balou durfte auch mit.

 

 

 

Ein Bild fürs Rote Kreuz

„Es freut mich ganz besonders, dass neben der medizinischen Qualifikation auch die künstlerische Komponente in unserem Ortsverein nicht zu kurz kommt", freute sich Fritz Bosch, erster Vorsitzender des DRK Ortsverein Bad Laasphe am Donnerstag (18.06.2009).

Anlass war die Übergabe eines Bildes an den Verein. Der neue Mannschaftstransportwagen, den die Helfer im letzten Jahr für ihre Aufgaben bekamen, wurde auf einer großen Wand dargestellt. Andreas Hergenröder, selbst als ehrenamtlicher Helfer beim DRK aktiv, hatte den Wagen in einer mehrere Tage dauernden Arbeit auf eine Holzplatte gemalt, die nun das Carport am Bad Laaspher DRK Haus ziert. Seit einigen Jahren schon ist Hergenröder auf dem Gebiet der Malerei kein Unbekannter und seine Arbeiten sorgen überall für Begeisterung. Dabei war der DRK-Wagen für den Bad Laaspher allerdings auch eine Herausforderung: „Das war zum ersten Mal, dass ich ein Bild gemalt habe, ohne es vorzuzeichnen. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass es so gut gelungen ist. Mein besonderer Dank gilt auch dem Bad Laaspher DRK, dass das Bild hier so einen Ehrenplatz bekommen hat", freute sich Hergenröder am Donnerstagabend. Nun ist das Kunstwerk für jeden, der auf der Gartenstraße unterwegs ist, zu sehen und verrät auch direkt, wo man in Bad Laasphe den DRK-Ortsverein findet.

Wer sich noch mehr über die Arbeit von Andreas Hergenröder informieren möchte, kann dies unter http://www.wittgensteiner-wandmalerei.de/ tun.   

Weihnachtsengel in Wittgenstein

Engeln kann man auch begegnen - das haben die Menschen in Wittgenstein heute - am heiligen Abend schon gemerkt. Wie in jedem Jahr sind auch an Weihnachten Menschen im Einsatz, um anderen zu helfen. Wie gewohnt sind die Rettungswachen in Bad Berleburg, Erndtebrück und Bad Laasphe, sowie die Polizeistreifen rund um die Uhr besetzt, um Menschen in Not zur Hilfe zu eilen.

Wer heute in Bad Berleburg unterwegs war, der hat auch mitbekommen, dass der Rettungsdienst schon mehrmals zu Notfällen ausgerückt ist und die Polizei unterwegs war.

Wie geht es den Helfern dabei? Einem Menschen konnte heute nicht mehr geholfen werden - in jedem Fall tragisch, aber gerade an Weihnachten ist so etwas noch einmal besonders schlimm. Die Helfer des Rettungsdienstes haben noch bis Morgen früh Dienst. Sie mussten es akzeptieren, dass ein Mensch so krank war, dass die beste Medizin nicht mehr ausgereicht hätte, ihm zu helfen. Trotzdem werden sie alle beim nächsten Einsatz wieder alles geben, um einen ihnen anvertrauten Menschen zu retten. Wie belastend ein solches Ereignis für die Familienangehörigen und auch für die Helfer ist, das bekommt die Öffentlichkeit nicht mit. Für ein paar Sekunden werden sie aufmerksam, wenn sich die Helfer mit Blaulicht und Martinshorn mühsam ihren Weg bahnen müssen. Den Rest des jeweiligen Schicksals tragen die Helfer allein mit sich.

Wenn Polizeibeamten in der Weihnachtszeit plötzlich von hochaggressiven Menschen in einem Supermarkt angegriffen werden, und die Täter nur mit viel Mühe überwältigt werden können, wie fühlen sie sich dann? Weiß ein Familienvater, der heute seinen Polizeidienst antritt, welche Gefahren im Dienst auf ihn zukommen? Darüber darf man wohl nicht nachdenken, sonst würde man verrückt werden. Und trotzdem - jeder dieser Menschen ist bereit im Notfall, wenn jemand seine Hilfe braucht, immer wieder da zu sein und auf Abruf bereit zu sein, einem schlimmem Schicksal oder einem aggressiven Gewalttäter ins Auge zu sehen - auch an Weihnachten.