Drei neue Rettungshelfer in Bad Berleburg

Beim DRK in Bad Berleburg gibt es drei neue Rettungshelfer. Von Oktober 2009 bis Januar 2010 haben drei ehrenamtliche Helfer des DRK Ortsvereins Bad Berleburg ihre theoretische Ausbildung mit Abschlussprüfung absolviert. Voller Elan und Begeisterung waren sie von Anfang an dabei und absolvieren derzeit ihr 80 stündiges Rettungswachenpraktikum in der Lehrrettungswache Bad Berleburg. Dort müssen die jungen Menschen Einsätze auf verschiedenen Rettungsmitteln sammeln und ihre in der theoretischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse vertiefen und anwenden. Nach Absolvierung des Praktikums bekommen sie mit ihren eingereichten Unterlagen eine Urkunde über die Rettungshelferprüfung. Danach dürfen sie im qualifizierten Krankentransport eingesetzt werden. Alle drei sind schon länger im DRK Ortsverein engagiert. Für einen von ihnen – Philipp Weyandt – könnte die rettungsdienstliche Arbeit bald schon zum Alltag werden. Er hat sich für eine Berufsausbildung zum staatlich anerkannten Rettungsassistenten beim Ausbildungszentrum für Notfallmedizin Südwestfalen beim DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein in Siegen beworben. Dort hatten alle drei bereits die theoretische Rettungshelferausbildung absolviert und natürlich auch neben den „Schultagen“ in ihrer Freizeit noch fleißig gelernt. 

Fabian Klöckner, 19 Jahre. Schüler, Abiturvorbereitung, dann geplanter einjähriger Auslandseinsatz beim Französischen Roten Kreuz.
Tanja Koch, 21 Jahre, Schülerin. Fachabitur für Sozial- und Gesundheitswesen Herz-Kreislauf-Klinik Bad Berleburg.
Philipp Weyandt, 19 Jahre, Schüler. Abiturvorbereitung, dann geplante Berufsausbildung zum Rettungsassistenten beim DRK Kreisverband Siegen-Wittgenstein.

 

 

 

Erste Hilfe für Aue/Wingeshausen/Müsse

Seit Mittwoch, dem 03.02.2010 ist die L553 zwischen Berghausen und Aue erneut gesperrt worden. Diesmal soll die Sperrung im letzten Bauabschnitt für 10 Monate bestehen bleiben. Für diese Zeit sind die Ortschaften Aue, Wingeshausen und Müsse aus Richtung Bad Berleburg nicht zu erreichen. Die rettungsdienstliche Versorgung wird in diesem Zeitraum (wie auch schon vorher) durch die DRK-Rettungswache Erndtebrück sichergestellt. Was aber, wenn der RTW von dort sich im Einsatz befindet, nicht verfügbar ist? Müssen die Bürger dann länger auf Hilfe warten? Nein! Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat mit Hilfe des DRK Rettungsdienstes und des DRK Ortsverein Bad Berleburg ein Helfer vor Ort System eingerichtet. Wenn zukünftig über den Notruf 112 aus Aue, Wingeshausen oder Müsse medizinische Hilfe bestellt wird, wird immer neben dem regulären Rettungsdienst medizinisches Personal aus einer der besagten Ortschaften mitalarmiert. Mit einem Einsatzfahrzeug, das für die Zeit der Bauarbeiten immer abwechselnd in den drei Ortschaften stationiert ist, rücken die Helfer dann aus. Sie alle sind entweder beruflich im Rettungsdienst tätig, oder arbeiten ehrenamtlich im Bad Berleburger DRK. Im Einsatzfahrzeug, das unter anderem über Allradantrieb verfügt, befindet sich medizinische Ausrüstung, mit der die Helfer bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes die ersten Maßnahmen einleiten können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf die Hilfe eines ortsansässigen Arztes zurückzugreifen.Selbst wenn der Rettungswagen aus Erndtebrück im Einsatz sein sollte und Hilfe aus Bad Fredeburg oder aus Bad Berleburg ins Auer Gebiet kommen sollte, sind die Bürger bis zum Eintreffen dieser Rettungskräfte versorgt. Als Notarztzubringer soll – je nach Wetterlage – in dieser Zeit auch verstärkt auf den in Siegen stationierten ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 25“ zurückgegriffen werden, der innerhalb weniger Minuten vor Ort sein kann. In anderen Fällen stehen Notärzte aus Bad Fredeburg, Bad Berleburg und der näheren Umgebung zur Verfügung.

Wichtig ist, dass die Bürger nach wie vor medizinisch versorgt sind und jederzeit über den Notruf 112 Hilfe anfordern können.   

 

 

Elf Jahre Treue zur Rettungswache Bad Berleburg

Hauptfeldwebel Gerhard Borchardt (links) mit "seinem" Zivildienstleistenden Felix Brinkmann.

Es gibt Menschen, die üben einen Beruf aus, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Sie nehmen Gefahren, Eindrücke und Anforderungen auf sich, von denen manche Menschen nicht einmal wissen, dass es so etwas gibt. Gerhard Borchardt ist so einer. Bereits zum elften Mal ist er für vier Wochen auf der Rettungswache in Bad Berleburg zu Gast. Von Berufswegen. Der 37 jährige gebürtige Auer ist hauptberuflich Rettungsassistent bei der Bundeswehr. Wo er zum Einsatz kommt, herrscht oftmals Krieg, das Leid der Menschen dort ist bei jedem Einsatz mit Händen zu greifen. Um seinen Ausbildungsstand zu erhalten, muss er jedes Jahr einmal für vier Wochen ein Praktikum im zivilen Rettungsdienst absolvieren. Als er in 1998 seine Ausbildung zum Rettungsassistenten bei der Bundeswehr abgeschlossen hatte und er ein Jahr lang im zivilen Rettungsdienst arbeiten musste, wurden das DRK in Siegen-Wittgenstein und hier insbesondere die Rettungswache in Bad Berleburg verlässliche Partner für den Familienvater. Nicht nur sein Anerkennungsjahr absolvierte Gerhard Borchardt in seiner alten Heimat - bereits seit elf Jahren ist er der Wache treu geblieben und kommt jedes Jahr zu den Praktika nach Wittgenstein. „ Das Klima auf der Wache hier gefällt mir sehr gut. Das ist richtig familiär und so sollte es auch sein. Auf einer großen, unpersönlichen Wache im Ruhrgebiet würde ich mich nicht wohl fühlen", ist Hauptfeldwebel Borchardt sich sicher. Hinzu kommt natürlich auch, dass der Berufssoldat, der heute in Unna lebt, gebürtig aus Wittgenstein stammt. Hier kann er sich während dieser Zeit mit Freunden treffen, in seinem Elternhaus wohnen oder am Sportplatz mit seinem Fußballverein - dem TSV Aue-Wingeshausen - mitfiebern. „Ein großer Kontrast ist es für mich auch, als Militärmann mit Zivildienstleistenden auf dem Rettungswagen eingesetzt zu sein", verrät Gerhard Borchardt. Viele wertvolle Unterhaltungen mit jungen Leuten, denen der Dienst bei der Bundeswehr nicht zusagt, konnte er hier führen. Und dabei stellte er fest: „Vor den Zivildienstleistenden habe ich allergrößten Respekt und ich ziehe den Hut. Die leisten eine sehr gute Arbeit". Umgekehrt ist es auch für die Zivildienstleistenden und die restlichen Kollegen interessant, was der Berufssoldat aus seinem Alltag berichtet: „Wir waren in 2005 zum humanitären Einsatz im Erdbebengebiet um Pakistan unterwegs. Da haben wir mit Hubschraubern in vier Tagen 750 Menschen ausgeflogen und medizinisch versorgt. Wir wurden dafür mit Hubschraubern eingeflogen, haben die Versorgung vor Ort durchgeführt und wurden anschließend wieder abgeholt", berichtet Borchardt. „Da waren viele Menschen, die blieben zurück und später wurden wir aus dem Gebiet abgezogen. Was mit diesen Menschen passiert ist, lässt sich nur erahnen", berichtet Gerhard Borchardt mit nachdenklichem Gesicht. Da ist es still in der Wache. Keiner sagt mehr etwas. Die Ruhe wird nach ein paar Sekunden durch einen Funkalarm unterbrochen. Ein Patient mit Herzinfarkt braucht jetzt Hilfe. Hauptfeldwebel und Rettungsassistent Gerhard Borchardt und Zivildienstleistender Felix Brinkmann machen sich auf den Weg. Ein weiterer Kollege wird den Notarzt bringen. „Die internistischen Notfälle, die im zivilen Rettungsdienst die Hauptzahl der Einsätze ausmachen, sind bei uns in der Bundeswehr sehr selten. Hier sind 99% chirurgische Verletzungen", berichtet Borchardt. Oftmals hat er bei seinen Auslandseinsätzen Angst um sein eigenes Leben haben müssen. Aber er nimmt es hin und gibt nicht damit an. Das ist halt der Beruf, sagt er. Am Mittwoch hat sein Dienst beim DRK Rettungsdienst für dieses Jahr geendet. Nächstes Jahr kommt er wieder - wenn nichts dazwischen kommt.   

 

            

DRK Rettungswache Bad Laasphe öffnet Türen

Was ist ein NEF?, Wie lange braucht der Rettungswagen bis nach Puderbach?, Wann beginnt ein Dienst auf der Rettungswache? Diese und viele andere Fragen beantworteten die 13 Mitarbeiter der DRK-Rettungswache Bad Laasphe am Sonntag beim Tag der offenen Tür. Bereits im Vorfeld hatten sich die Rettungsdienstmitarbeiter um Wachleiter Henning Kreutz viele Gedanken gemacht und ein abwechslungsreiches Programm für alt und jung zusammengestellt. Natürlich standen für die Bevölkerung der Rettungswagen und das Notarzteinsatzfahrzeug der Wache Bad Laasphe zur Besichtigung bereit. Rettungssanitäter Alexander Weyand erklärte den interessierten Besuchern die Ausrüstung der beiden Fahrzeuge bis ins Detail. Damit der Rettungsdienst in der Lahnstadt auch beim tag der offenen Tür sichergestellt war, hatte sich die Wache zwei Reservefahrzeuge beschafft, mit denen die Dienst habenden Besatzungen am Sonntag auch gleich mehrmals ausrückten. Aber nicht nur die Einsatzfahrzeuge der Rettungswache waren zu bestaunen. Vom Kreis Siegen Wittgenstein war der Abrollcontainer MANV nach Bad Laasphe gekommen. Mit diesem Spezialcontainer kann eine größere Menge an medizinischer Ausrüstung und Medikamenten an eine Einsatzstelle gebracht werden, bei der es eine Vielzahl an Verletzten oder Kranken gibt. Nils Finkernagel, vom THW Siegen zeigte das Fahrzeug und die Möglichkeiten der Bevölkerung. Auch die Rettungshundestaffel des DRK Kreuztal zeigte mit ihren Hunden einige Vorführungen.Im Zelt von Ute Hess von der Rettungswache Kredenbach konnten sich Kinder schminken lassen. Außerdem konnten sich in der eigens für sie aufgestellten Hüpfburg vergnügen. In der Wache selbst konnten sich die Besucher ebenfalls alles ansehen und einmal einen Eindruck gewinnen, wo die Helfer ihre einsatzfreie Zeit verbringen und welche Aufgaben dort anfallen. Außerdem waren dort Fotos vom Einsatzalltag der Rettungsdienstmitarbeiter ausgestellt.          

 

 

 

 

Schlaganfall - Ein Notfall!

Es war wie ein Gewitter im Kopf. Ein Gewitter, das wichtige Funktionen lahm gelegt hat. Als der Mann wach wurde, da merkte er, dass er seine Bewegungen gar nicht mehr koordinieren konnte. Seine linke Körperhälfte wollte gar nicht mehr zu ihm gehören. Die Zunge wurde zur schweren Last im Mund, eine richtige Sprache war nicht mehr möglich. Alles klang ganz verwaschen, so, wie bei einem schweren Alkoholrausch. Vor einer halben Stunde erst hatte sich der Vater von zwei Kindern zum Ausruhen ein wenig aufs Sofa gelegt. Und jetzt wird er wach und nichts funktioniert mehr. Plötzlich ist der sonst so kräftige Mann hilflos geworden. Zum Glück ist seine Frau zu Hause, die keinen Moment zögert und den Rettungsdienst über den Notruf 112 alarmiert.

Nach kurzer Zeit trifft ein Rettungswagen ein. Trotz der abgeschiedenen Gegend im Wittgensteiner Land haben es die DRK- Rettungsassistenten irgendwie geschafft, schnell an der Notfallstelle zu sein. Freundlich stellt das Team sich beim Patienten vor und beginnt mit der Untersuchung und der Versorgung. Nach wenigen Fragen und Untersuchungen steht für das Team die Diagnose fest: Schlaganfall. Das ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn. „Apoplex" nennt der Fachmann das. Der Schlaganfall kann verschiedene Ursachen haben. Er kann blutig oder unblutig sein. Beim unblutigen Schlaganfall wird ein Blutgefäß im Gehirn verstopft. Einige Gebiete werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und das Gehirn kann so nicht mehr richtig arbeiten. Die Symptome des Familienvaters sind dann die Folgen.

Beim blutigen Schlaganfall kommt es durch ein Platzen oder ein Zerreißen eines Blutgefäßes zu einer Einblutung und einer Minderversorgung der Areale nach der „Bruchstelle". Die Symptome sind denen des unblutigen Schlaganfalles sehr ähnlich.

Eines haben die beiden Versionen allerdings immer  gemeinsam: Der Faktor Zeit spielt eine ganz erheblich Rolle und es ist sehr wichtig, mit dem Patienten direkt ein geeignetes Krankenhaus aufzusuchen, in dem man einen solchen „Apoplex" versorgen kann.

Nachdem die Vitalfunktionen (das sind die lebenswichtigen Funktionen Bewusstsein, Atmung und Kreislauf eines Menschen) gesichert sind, muss ein CT gemacht werden. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Schichtaufnahme, in der man das Gehirn betrachten kann. Hier kann der Mediziner nun erkennen, ob es sich um einen blutigen oder unblutigen Schlaganfall handelt und dann die richtigen Therapiemaßnahmen einleiten.

Eine adäquate, dem schweren Krankheitsbild angepasste Versorgung können Patienten nur in einer so genannten „Stroke Unit" erhalten. Das ist eine spezielle Einrichtung mit vielen einzelnen Fachabteilungen, die sich auf die Versorgung von Schlaganfällen spezialisiert hat.

Wenn ein Verschluss eines Blutgefäßes vorliegt, kann dieser unter bestimmten Umständen mit einem speziellen Medikament aufgelöst (lysiert) werden. Dazu müssen jedoch zuerst die Voraussetzungen geprüft werden. Nicht jeder Patient kann eine solche Therapie erhalten. Auch nicht in jedem normalen Krankenhaus kann diese Therapie erfolgen. „Das darf nur in Kliniken gemacht werden, die eine Intensivstation mit neurologischer Abteilung haben", stellt Professor Grond, Leiter der Neurologie am Kreisklinikum Siegen Haus Hüttental (Weidenau) klar. In Weidenau können solche Lysetherapien durchgeführt werden.

Dafür bleibt jedoch nach Symptombeginn nur ein Zeitfenster von wenigen Stunden. Deshalb ist schnelles Handeln absolut entscheidend.

Das Rettungsteam hier entscheidet richtig und zögert keine Minute. Direkt wird über Funk bei der Rettungsleitstelle die Ankunft in Weidenau angekündigt und zum schnelleren Transport der Rettungshubschrauber nachalarmiert. Bis zum Eintreffen der Luftretter haben die Rettungsassistenten den Patienten mit Sauerstoff und Infusion schon optimal versorgt. Das Team erklärt dem Patienten nun die weitere Vorgehensweise. In der Nähe der Einsatzstelle geht der Rettungshubschrauber bereits zur Landung. Der Patient wird vorsichtig umgeladen und kann nach kurzem Flug in Weidenau übergeben werden. Da der Patient bereits vorangemeldet war, stehen die Mediziner bei der Ankunft des Hubschraubers schon bereit. Das sofort durchgeführte CT zeigt, dass es sich um einen unblutigen Schlaganfall handelt. Nach kurzen weitern Untersuchungen steht fest, dass der Patient eine Lyse erhalten kann.

In den kommenden Wochen werden sich die Beschwerden nahezu komplett zurückbilden. Nicht zuletzt wegen der schnellen Reaktion der Ehefrau, dem richtigen Handeln des Rettungsteams und dem zügigen Transport in eine „Stroke Unit".

 

Neben dem Haus Hüttental in Weidenau gibt es die Möglichkeit einer solchen Therapie in der Uniklinik in Marburg.

 

Handelt es sich um einen blutigen Schlaganfall, muss ebenfalls schnell gehandelt werden. In der Stroke Unit werden die weiteren Behandlungsschritte dann entschieden.

Die Symptome eines Schlaganfalles können sich wie folgt zeigen:

 

- Plötzlicher Kraftverlust auf einer Körperhälfte mit Kontrollverlust

- Schwere, verwaschene und undeutliche Sprache

- Man kann klare Gedanken nicht mehr in Worte fassen, Wortfindungsstörungen (Aphasie)

- Ggf. Kopfschmerzen

- Ggf. Einschränkungen beim Sehen und Hören  

 

Die Symptome können auch zunächst wieder rückläufig sein. Dann ist allerdings in jedem Fall genau so schnell zu handeln, da die Symptome zu ganz hoher Wahrscheinlichkeit wieder auftauchen.

 

Es darf nie vergessen werden, dass nach Symptombeginn nur wenige Stunden zur Therapie bleiben. Ist das Ereignis länger als vier Stunden her, schlägt die Therapie nicht mehr an!! 

 

Deshalb ist für den Laien und die Angehörigen wichtig:

 

- Symptome erkennen

- Ruhe bewahren

- Wenn nötig, lebensrettende Sofortmaßnahmen ergreifen

- Sofort über Notruf 112 den Rettungsdienst alarmieren

 

Der Schlaganfall ist ein Notfall! Hier ist der Rettungsdienst über Notruf 112 die richtige Anlaufadresse. Nicht der Hausarzt. Ihm fehlt es dafür oft an den notwendigen Geräten und Medikamenten.          

 

 

 

Bei Herzinfarkt: Notruf 112 !!!

Dr. Frank Melz, Chefarzt der Herz-Kreislauf-Klinik, ist gerade mit einer Routineuntersuchung beschäftigt. Doch jetzt muss er seinen Patienten erst einmal warten lassen und alles muss ganz schnell gehen. Der 47-jährige Kardiologe ist heute Notarzt auf Abruf. Gleichzeitig ist auch die DRK-Rettungswache in Bad Berleburg alarmiert worden. "Verdacht auf Herzinfarkt", steht in der Einsatzmeldung.

Rettungsassistent Peter Dienst fährt mit dem Notarzteinsatzfahrzeug an der Herz-Kreislauf-Klinik vor, um den Mediziner aufzunehmen. Unterdessen steuern Rettungsassistent Kevin Dornhöfer und Zivildienstleistender Jan-Henrik Reber mit dem Rettungswagen direkt zur Einsatzstelle. Alle Helfer wissen, dass jetzt jede Minute zählt.

Denn oft wurde schon vorher wertvolle Zeit verschenkt. "Viele Patienten warten viel zu lange, bis sie den Rettungsdienst rufen. Das kann sie im schlimmsten Falle das Leben kosten", macht Frank Melz klar. "Beim Herzinfarkt sind die ersten zwei Stunden die wichtigste Zeit. Je früher die Therapie beginnt, desto mehr kann man retten", wissen Frank Melz und Gerd Leiendecker vom Corolabor der Bad Berleburger Herz-Kreislauf-Klinik.

An der Einsatzstelle angekommen, kleben die Helfer dem Patienten ein so genanntes 12 Kanal EKG auf. Mit diesem Spezialgerät kann der Mediziner die elektrische Herzarbeit aus mehreren Ebenen betrachten. Oft lässt sich so ein Infarkt direkt vor Ort diagnostizieren.

Während dem Patienten Schmerzmittel und Blutverdünnende Medikamente verabreicht werden, wird bereits das Herzkatheterlabor der Herz-Kreislauf-Klinik informiert, damit dort alles vorbereitet werden kann. Angehörige des Patienten hatten den Rettungsdienst alarmiert, als der ein Beklemmungsgefühl in der Brust und Schweißausbrüche hatte und schwer Luft bekam. Kaum eine Stunde nach Einsetzen dieser Symptome können die Spezialisten in der Herz-Kreislauf-Klinik das verstopfte Gefäß öffnen. Voraussichtlich wird der Mann keinen großen Schaden davontragen - dank des schnellen Notrufs.

"Viele Patienten warten leider erst einmal ab, und wenn die Symptome wieder verschwinden, rufen sie lieber doch nicht an. Die Symptome kommen allerdings wieder, verschwinden und tauchen schließlich in verstärkter Form wieder auf. Dann ist aber schon wertvolle Zeit verloren gegangen", warnt Fachmann Frank Melz. "In unserem Körper laufen immer zwei Prozesse ab: Einmal die Blutgerinnung und einmal die Auflösung von Gerinnseln. Deshalb ist das vollkommen normal, dass die Symptome im Anfangsstadium erst mal wieder verschwinden. Die Erkrankung ist aber da."

Der Notarzt rät dringend, schon bei den ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt sofort den Rettungsdienst über den Notruf 112 anzurufen. Der Hausarzt ist in solch einem Fall nicht die richtige Adresse: "Die Hausärzte verfügen nicht über die Notfallgeräte, die bei einer solchen Erkrankung gebraucht werden. Sie haben keine Sonderrechte und oftmals auch nicht die erforderlichen Medikamente. Da muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden!"

Die Befürchtung, man könne dem Rettungsteam möglicherweise unnötig zur Last fallen, ist völlig unbegründet: Rund um die Uhr stehen DRK-Rettungs- und Notarztwagen überall in Wittgenstein zur Verfügung, und die Besatzungen arbeiten im 24-Stunden-Dienst, gerade um im Notfall sofort greifbar zu sein. Der große Vorteil dabei: Die erforderliche Intensivtherapie kann bereits am Notfallort beginnen und der Zeitraum ohne Behandlung dauert nur bis zum Eintreffen des Rettungsteams beim Patienten.

"Jeder zweite Patient, den wir im Coro-Labor versorgen, hat zu lange gewartet", bedauert Dr. Melz. Das bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass ein solcher Patient stirbt, aber sein Herz hat durch diese Verzögerung meist massiven irreparablen Schaden genommen. Der Kardiologe schildert deshalb noch einmal die wichtigsten Alarmsignale und die richtige Verhaltensweise bei Verdacht auf Herzinfarkt:

"Es gibt sehr große Symptombereiche. Die Anzeichen sind nicht bei jedem Patienten gleich. Manche bekommen tatsächlich den klassischen Brustschmerz, andere haben stattdessen Schmerzen oder ein Ziehen zwischen den Schulterblättern oder im Kiefer. Einigen schmerzt der linke Arm, andere wiederum haben Schmerzen, Brennen und Druck im Oberbauch. Dazu kommen Luftnot und Schweißausbrüche - und die sind ein absolutes Alarmsignal", erklärt Dr. Melz. "Besonders aufpassen müssen diejenigen, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind alle, deren Eltern oder Großeltern schon einen Infarkt hatten. Auch Diabetiker sind stark gefährdet, ebenso Raucher und Menschen mit Fettstoffwechselstörungen.

Besonders aufpassen muss man auch im Winter bei extremer Kälte, die eine Verkrampfung der Herzkranzgefäße begünstigt. Gefährlich wird es besonders beim Schneeschieben, weil dort die Anstrengung noch mal besonders hoch ist."

Wer die oben aufgeführten Symptome bei sich beobachtet und womöglich auch noch zu einer der genannten Risikogruppen gehört, darf auf keinen Fall zögern, den Rettungsdienst zu bestellen.

Dr. Frank Melz ist Chefarzt der Herz-Kreislauf-Klinik in Bad Berleburg und Notarzt beim DRK Rettungsdienst. Er weiß: Bei einem Herzinfarkt darf man nicht zögern, man muss sofort die Notrufnummer 112 anrufen und Hilfe anfordern. Es besteht Lebensgefahr und es kommt auf Zeit an!

 

 

 

 

 

Eine Institution geht

„Alarmeinsatz NAW in Bad Berleburg", steht auf dem Funkmelder von Hans-Georg Dickel. Er ruft den Notarzt an, fährt mit dem NEF raus, funkt mit der Leitstelle. Dann nimmt er den Arzt auf und mit Blaulicht und Martinshorn geht es zur Einsatzstelle. Wie schon so oft in den letzten Jahrzehnten. Heute (20.02.2009) wird das für Hans-Georg Dickel zum letzten Mal sein.

Eine Institution geht - genau so kann man beschreiben, was sich heute in der DRK Rettungswache in Bad Berleburg ereignet. Nach rund 40 Jahren geht Wachleiter Hans-Georg Dickel in den Ruhestand.

„Das wird mir sehr schwer fallen", gibt er zu. Über die Hälfte seines Lebens hat er bei der Rettungswache Bad Berleburg verbracht. Vielen Kollegen ist er mit den Jahren ein richtiger Freund geworden. Jeder kennt und schätzt ihn - das Krankenhauspersonal, die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle, unzählige Zivildienstleistende und Praktikanten, viele Menschen denen er helfen konnte, die vielen Kollegen des DRK Kreisverbandes und selbst die Mitarbeiter der Krankenkassen kennen ihn.

Am 2. Januar 1971 hat er seine  Arbeit bei der Rettungswache begonnen, aber nicht sofort als Wachleiter. Zu Beginn war er beim Kreis angestellt, die Übernahme des Rettungsdienstes durch das Rote Kreuz erfolgte später. Bereits von Anfang an kümmerte sich Dickel um Abrechnungen und Schriftverkehr. Daraus resultierte wohl, dass er dann in 1984 Wachleiter wurde. Neben dieser Tätigkeit hatte er die Aufgabe, den Notarzt zur Einsatzstelle zu bringen. Jeden Tag in der Woche von 7 - 15 Uhr hat er das getan, nur mittwochs musste er zur Wache nach Erndtebrück und dort im Rettungswagen arbeiten. Denn die Wache Erndtebrück musste er auch als Wachleiter mit betreuen. Er musste überall dafür sorgen, dass benötigtes Material bestellt wurde, Krankheitsvertretungen organisiert wurden, oder Urlaubsanträge rechtzeitig gestellt wurden. Im Dienstplan musste er jeden Monat festlegen, wer auf welchem Rettungsmittel und wer auf welcher Wache eingesetzt wird. Auch, wenn jemand mal einen Dienst tauschen wollte, hat Hans-Georg Dickel alles versucht, dies zu ermöglichen. Er war wohl ein Chef, den man lange suchen muss.

Viel hat sich im Lauf der Jahre getan: „Früher sind wir alleine raus gefahren. Dann mussten wir sehen, wie wir zu Recht kamen", erklärt Dickel. Regelungen, wie eine DIN-Besatzung für Rettungsfahrzeuge gab es nicht. Viele Neuerungen hat er miterlebt und viele persönliche Dinge hängen an „seiner Rettungswache". „Dreimal musste ich den frühen Tod junger Kollegen miterleben", resümiert Hans-Georg Dickel und wird nachdenklich. In diesem Zusammenhang fügt er hinzu, dass gerade die Arbeit mit jungen Kollegen es war, die ihm an seinem Beruf sehr viel Freude bereitet hat. „Das war immer etwas ganz besonderes. Das werde ich sehr vermissen", ist sich Hans-Georg Dickel bewusst.

Besondere Freude hatte „HG" auch, wenn er nach Jahren noch einmal eine Begegnung mit früheren Patienten hatte. „Kennen Sie mich noch? Sie haben mich mal in der Schule abgeholt. Aber da war ich noch klein", richteten sich schon viele Leute an Dickel. Dass er sich die Einsätze nicht alle merken kann, erklärt sich bei seiner langen Dienstzeit von selbst. Aber einige sind ihm doch in Erinnerung geblieben: „Der Absturz eines Phantombombers in Arfeld. Da war ich als erstes Rettungsfahrzeug eingetroffen", erinnert er sich. Auch schwere Verkehrsunfälle mit Kindern hat er miterlebt und kann sie nicht vergessen. „Aber darüber möchte ich nicht reden", sagt er.

Heute um 15 Uhr endet der Dienst für Hans-Georg Dickel und er wird am Montag nicht mehr zur Wache kommen müssen, um den NEF-Dienst anzutreten. Er hat zwei Enkel, die sich dann auf den Opa freuen und ein neues Haus und einen Wald, wo viel Arbeit wartet. Ein wenig Sehnsucht wird er aber wohl doch bekommen, wenn er in der Ferne das Martinshorn des NEF 4-82-1 hört.

Neuer MTW für das DRK Bad Laasphe

 

 

 

 

 

 

 

„Ein zähes Ringen ist beendet", so formulierte es der Vorsitzende des DRK Ortsvereins Bad Laasphe, Fritz Bosch, als er den Kameraden der Bereitschaft jetzt den neuen Mannschaftswagen übergeben konnte.

Seit über einem Jahr hatten die Aktiven um ihren Rotkreuzleiter Marco Klein ihre Bemühungen in die Anschaffung eines solchen Fahrzeuges gesteckt. Der mittlerweile 26 Jahre alte VW-Bus, der bisher genutzt wurde, ist technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand und kann den anfallenden Aufgaben nicht mehr gerecht werden. Er wird jetzt nur noch für kleinere Fahrten verwendet und dient dem Jugendrotkreuz. Bis die Kameraden aber ihr neues Auto endlich in Empfang nehmen durften, war eine ganze Menge Arbeit notwendig gewesen: Firmen wurden angeschrieben und um Spenden gebeten und auch die Kameraden selbst gingen für ihr Auto sammeln. Den Höhepunkt der Bemühungen stellte am 18. Mai die Veranstaltung „Ein Tag mit uns" rund um den Bad Laaspher Wilhelmsplatz dar. Dabei präsentierten sich der Ortsverein Bad Laasphe und andere DRK Gruppen mit all ihren facettenreichen Aufgaben und Möglichkeiten der breiten Öffentlichkeit. Unterstützt wurden die Bad Laaspher dabei nicht nur von ihren Wittgensteiner Kameraden und den Kollegen aus dem Siegerland. Auch zahlreiche andere Vereine und Musikgruppen investierten ihre Freizeit und Mittel in den Dienst der guten Sache. Dann war es endlich soweit: Das Geld reichte aus und Marco Klein hatte einen Wagen gefunden, der den Belangen des DRK in jeder Hinsicht gerecht werden würde. Schließlich wurde der gebrauchte und 105 PS starke VW T 5 Transporter angeschafft. Der kam aber zunächst in ganz weiß und ohne Blaulicht, ohne Funk und ohne Lackierung. Nun waren die Kameraden aus der Lahnstadt erneut gefragt und sie lösten ihre Aufgabe ganz hervorragend. Innerhalb weniger Tage war das Fahrzeug mit einer entsprechenden Beklebung versehen, war mit Funk ausgestattet und verfügte über Blaulichter, Arbeitsscheinwerfer am Heck und den Seiten und Frontblitzer. Die Motivation stand den Kameraden um Fabian Dietrich, Andreas Hergenröder Marco Scheffel und René Achenbach bei diesen Arbeiten mit den Fachfirmen förmlich ins Gesicht geschrieben. Insgesamt 18.000 Euro hat der Wagen mit der Beklebung und der kompletten Ausstattung gekostet.

Bei der Übergabe des Fahrzeugs richtete sich deshalb der Dank vom ersten Vorsitzenden Fritz Bosch und Rotkreuzleiter Marco Klein nicht nur an die zahlreichen Sponsoren und Helfer von „Ein Tag mit uns", die alle zur Übergabe eingeladen worden waren, sondern auch vor allem an die Kameraden, die viel Freizeit investiert haben. „Ohne diese Helfer würde das Auto heute nicht so aussehen, wie es aussieht", lobte Fritz Bosch.