Die Luftretter von Christoph Westfalen

Feierabend gibt es für den Intensivtransporthubschrauber „Christoph Westfalen“ der ADAC Luftrettung GmbH in Greven nicht. Hier werden nur die Besatzungen getauscht, die Maschine ist rund um die Uhr einsatzbereit. An diesem Abend haben die Piloten Sven Tiedemann und Ralf Lehmann den Nachtdienst übernommen, zusammen mit einer neuen medizinischen Besatzung, bestehend aus Rettungsassistent und Notarzt. Nachts muss mit zwei Piloten geflogen werden. Strommasten, Schornsteine, Baukräne, oder Bäume: All das muss auch nachts gesehen werden.
Diesmal muss das Team nicht lange warten, bis der Nachtflug losgeht. Über Telefon meldet sich die Leitstelle Steinfurt: Ein dringender Verlegungsflug von Lippstadt nach Münster. Ein kurzer Wettercheck, der Notarzt telefoniert derweil mit dem Klinikum Lippstadt und Ralf Lehmann bereitet die Maschine vor. Wenige Minuten nach dem Anruf starten die Turbinen.
Elegant fliegt die gelbe BK 117 der Abendsonne entgegen, um einen kranken Menschen schnell und sicher nach Münster zu bringen. Nach drei Stunden, gegen 22.00 Uhr, kündigt sich die Rückkehr des gelben Engels durch das Aufleuchten der Landebefeuerung an der Hubschrauberstation an. Mittlerweile ist es stockfinster geworden. Nun hofft die Besatzung auf ein wenig Schlaf. Den Rest der Nacht bleibt es ruhig.
Am nächsten Morgen kommt die Tagbesatzung zum Dienst. Jetzt übernehmen Pilot Markus Greve, Rettungsassistent Michael Goldberg „Goldi“ und Notarzt Dr. Michael Kros den Dienst auf „Christoph Westfalen“. Kurz nach Dienstbeginn ruft die Leitstelle an: In der Lippstädter Kinderklinik liegt ein krankes Baby, das in eine Kölner Spezialklinik geflogen werden muss. Pilot Markus checkt das Wetter, Rettungsassistent Goldi telefoniert mit der Kölner Leitstelle wegen eines Landeplatzes und eines Rettungswagens, der die Besatzung und das Baby abholt und zur Klinik fährt. Notarzt Michael telefoniert mit dem Lippstädter Krankenhaus, um die genauen Hintergründe der Erkrankung zu erfragen.
Bei dem kleinen, wenige Tage alten Baby liegt eine Missbildung der Speiseröhre vor. „Die Speiseröhre endet blind, sie hat keine Verbindung zum Magen und der Bauch ist offen“, erklärt der Notarzt. Da das Kind noch sehr klein ist, muss es in einem Inkubator geflogen werden. Um den Inkubator mitnehmen zu können, muss die Maschine umgerüstet werden. Routiniert geht die Crew zur Maschine, der Vorflugcheck während dem Anlassen der BK 117 wird von Pilot und Rettungsassistent im Cockpit durchgeführt. „Kabine klar?“, fragen die beiden nach hinten und dann nimmt der gelbe Hubschrauber Kurs in Richtung Lippstadt – mit mehr als 220 km/h. Nach kurzem Flug setzt die Maschine im Hof der Feuerwache auf, ein Rettungswagen wartet dort bereits, um die Crew bis zum Krankenhaus zu fahren. Notarzt Michael Kros begleitet den Transport nicht. Die Kinderklinik schickt eigenes Personal mit, das auf die Versorgung dieses Krankheitsbildes beim Baby spezialisiert ist. Auf der Station im Krankenhaus informiert sich Rettungsassistent Michael Goldberg genau über den Zustand des kleinen Patienten. Mit dem Rettungswagen geht es zum Hubschrauber.
 „Wir fliegen etwa 25 Minuten“, kündigt Markus Greve an. Dann starten die Turbinen. Etwas aufgeregt scheint das Baby zu sein, aber die Parameter sind alle in Ordnung.
Bereits nach wenigen Minuten Flug schläft das Kind tief und fest. „Das erleben wir sehr oft. Das leichte schaukeln des Hubschraubers scheint den Kindern zu gefallen“, freut sich die Besatzung. In der Klinik, so die Schwester, habe das Kind bislang einen sehr unruhigen Schlaf gehabt. Jetzt schläft es bis zur Landung in Köln. Von den Regengebieten und den Böen, die der Hubschrauber auf dem Weg dorthin überwunden hat, hat es nichts mitbekommen. Sehr sicher und routiniert hat Markus Greve den gelben Engel über das Sauerland und das Bergische Land bis nach Köln gesteuert, dabei Regengebiete und Gewitter umflogen und im starken Wind millimetergenau gegengesteuert. „Wahnsinn. Absolut faszinierend...“, ist die Krankenschwester nach der Landung auf dem Dach des Kölner St. Vinzentkrankenhauses beeindruckt. Da der Landeplatz an der eigentlichen Zielklinik gesperrt ist, muss jetzt ein Rettungswagen die letzten Meter durch die Stadt bewältigen.
In der Kinderklinik wird das Baby schon erwartet, und nach kurzer Übergabe kann die Besatzung zurück zum Hubschrauber fahren. Die Krankenschwester aus Lippstadt muss vorher noch eine ganz wichtige Aufgabe erfüllen: Sie schreibt den Eltern des kleinen Patienten eine SMS, dass sie gut angekommen sind. „Die Mutter war sehr besorgt, hatte große Angst um ihr Baby während dem Flug“, erklärt die Schwester. Doch bei der erfahrenen Besatzung und dem professionellen Piloten der ADAC Luftrettung war der kleine Erdenbürger stets in besten Händen und konnte schön ruhig schlafen.
Mit einem guten Gefühl geht’s zurück zum Hubschrauber, wo Markus Greve schon einen neuen Auftrag erhalten hat: Eine Patientin mit schwer krankem Herzen muss zu einer dringenden Operation ins Herzzentrum nach Bad Oeynhausen geflogen werden. Der Notarzt ist darüber auch schon informiert worden, er führt von der Feuerwache Lippstadt aus schon das Arzt-Arzt-Gespräch durch.
Das Wetter wird schlechter, es regnet und ist windig. Markus Greve muss die Schauer umfliegen, die Sichten werden teilweise sehr schlecht. „Mann muss dann immer sehen, wo eine Lücke ist und das Wetter besser ist. Dann muss man halt einen kleinen Umweg fliegen. Oftmals sind nur kleine Gebiete von so einem Schauer betroffen“, erklärt der Pilot während dem Flug und dreht seine BK 117 ein wenig nach rechts ein. „Da ist es hell, da können wir durch“, zeigt er an den Horizont. Das Wetter hat sich wieder gebessert und in Soest wird die Besatzung von der Sonne und milden 20 Grad begrüßt.
In Lünen, bei Christoph 8, war vor dem Weiterflug in Richtung Soest ein Tankstopp erforderlich.
Das Team wird zur Intensivstation abgeholt, um dort die Patientin zu übernehmen. Der älteren Dame geht es sehr schlecht. Am Morgen war sie noch wach. „Die Atmung hat nicht mehr ausgereicht, der Kreislauf versagt. Wir mussten der Dame starke Medikamente geben, sie in Narkose legen und ihr mit einem Schlauch in der Luftröhre beim Atmen helfen“, erklärt der Arzt im Krankenhaus. Nach und nach werden die Geräte des Hubschraubers angeschlossen. Geredet wird nicht viel, jeder weis, was er jetzt zu tun hat. Alle sind hochkonzentriert. Notarzt Michael Kros informiert sich dabei noch ausführlicher über die Krankengeschichte seiner Patientin. Nach etwa einer halben Stunde ist alles für den rettenden Flug vorbereitet.
 „Die Herzklappe der Patientin arbeitet nicht mehr. Das Blut kann nicht mehr richtig fließen und dadurch hat der Kreislauf versagt. Die Herzklappe muss gesprengt und durch eine künstliche Klappe ersetzt werden“, erklärt der Notarzt auf dem Weg zum Hubschrauber.
Markus Greve hat die Maschine schon vorbereitet. Einladen, anschnallen, Vorflugcheck und Abflug nach Bad Oeynhausen. Der Patientin geht es nicht gut. Durch verschiedene Wetterextreme steuert der erfahrene Pilot seine Maschine zielstrebig in Richtung Herzzentrum. Rettungsassistent Michael Goldberg unterstützt ihn bei der Navigation, während der Notarzt die Patientin überwacht.
Nach einigen Minuten Flug und kurz nach einem starken Hagelschauer landet „Christoph Westfalen“ auf dem Dach in Bad Oeynhausen. Jetzt kann die Patientin direkt an die Spezialisten übergeben werden. Die Besatzung von „Christoph Westfalen“ hat ihr durch den schnellen Flug eine Chance auf ein neues Leben gegeben. Rückflug nach Greven. Während dem Rückflug ist die Besatzung entspannt. Zwei Menschen haben sie heute effektiv geholfen. Das macht sie zufrieden. Auf dem Rückflug können sie die landschaftlichen Reize der Gegend genießen. Das Wetter ist gut.
Nach der Landung an der Station – sieben Stunden nach dem Start am Morgen – wird die BK 117 wieder voll getankt. Nach kurzer Zeit meldet sich die Leitstelle erneut: Ein Mann mit einer zusammengefallenen Lungenhälfte soll in die Uniklinik Göttingen geflogen werden. Diesen Einsatz wird die inzwischen eingetroffene Nachtbesatzung übernehmen, da die Sonne bereits untergeht. Nach wenigen Minuten nimmt die neue Besatzung mit dem gelben Engel Kurs in Richtung des Patienten. Wieder wird die Besatzung alles geben, um das ihr anvertraute Leben zu retten. Wie schon so oft in den letzten Jahren.

An dieser Stelle geht ein herzliches Dankeschön an die ADAC Luftrettung GmbH.

Ein ganz besonderer Dank richtet sich an die sehr netten Kollegen von Christoph Westfalen für die wunderschöne Zeit in Greven. Euch allzeit Guten Flug und hoffentlich bis bald mal wieder!

 

 

 

Einsatz für Christoph Dortmund

Dienstagmorgen, 7.45 Uhr. Es ist kalt und klar an diesem Wintertag. Hubschrauberpilot Alwin Vollmer und Rettungsassistent Björn Orschel beginnen ihren Dienst an der Luftrettungsstation der DRF Luftrettung am Dortmunder Flughafen. Der Hubschrauber vom Typ Eurocopter BK 117 wird mit einem kleinen Schlepper auf der Plattform nach draußen vor den Hangar gefahren. „Im Einsatzfall müssen wir nach spätestens zwei Minuten in der Luft sein. Da muss alles vorbereitet sein“, erklärt Alwin Vollmer. Seit 1997 ist er Hubschrauberpilot, hat Erfahrungen bei der Bundeswehr und der Firma Rotorflug gesammelt, seit zwei Jahren fliegt Alwin Vollmer den Dortmunder Intensivtransporthubschrauber „Christoph Dortmund“. Mit einem Hubschrauber ist Vollmer schon sehr früh unterwegs gewesen: „Da war ich sieben Jahre alt“, erinnert er sich. Während seiner fliegerischen Karriere hat der gebürtige Passauer viel erlebt: „Während der Bundeswehrfliegerei war ich an einem Rettungseinsatz beteiligt, bei dem französische Soldaten auf eine Mine getreten waren. Da habe ich mich gefragt, was ich da eigentlich mache“, erzählt er. Das war für Alwin Vollmer der Beweggrund, nicht mehr bei der Bundeswehr zu fliegen, wo man in Kriegsgebieten zum Einsatz kommt.
Mittlerweile trifft Dr. Christian Afflerbach, der ärztliche Leiter von Christoph Dortmund, an der Station ein. Der Anästhesist checkt die medizinischen Geräte an Bord der Maschine und überprüft sie zusammen mit Rettungsassistent Björn Orschel auf Funktion. Ein nicht funktionierendes Gerät im Einsatz wäre fatal. Als Notarzt arbeitet Dr. Afflerbach schon seit rund acht Jahren. Mit „Christoph Dortmund“ ist er seit rund vier Jahren unterwegs. „Damals wurde ich in der Klinik von einem der Dienst habenden Rettungsassistenten angesprochen, ob ich Lust hätte, auf dem Hubschrauber Dienst zu tun“, erinnert er sich zurück. „Bei einem Probeeinsatz musste ich dann einen Patienten versorgen und stabilisieren. Bei der anschließenden Nachbesprechung gab es durchweg positive Reaktionen“, erzählt Dr. Christian Afflerbach. Aber ihm ist wichtig: „Wir sind genau so Notärzte wie alle anderen auch. Nur, weil wir mit dem Hubschrauber kommen, sind wir nichts Besonderes“.
Der Rettungsassistent und der Pilot haben derweil das Frühstück vorbereitet. Die Teamarbeit wird hier groß geschrieben und die fängt beim gemeinsamen Frühstück an. Wichtigstes Bindeglied zwischen Medizin und Technik ist der Rettungsassistent. Björn Orschel, vom DRK in Dortmund hat dabei viele Aufgaben: Die Assistenz des Notarztes bei der Versorgung des Patienten gehört ebenso dazu, wie den Piloten bei der Navigation zu unterstützen, die Maschine nach einem Einsatz wieder mit Material aufzufüllen, oder Einsatzberichte zu verfassen. Die Rettungsassistenten von Christoph Dortmund, zehn Stück sind es insgesamt, müssen neben der Rettungsassistentenausbildung auch umfangreiche Kenntnisse aus der Intensivmedizin nachweisen, um die schwerstkranken und verletzten Menschen optimal betreuen zu können. Björn Orschel hat neben der Ausbildung zum Rettungsassistenten und zum HEMS-Crew-Member (Helicopter Emergency Medical Service) auch eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert. Seit 2006 fliegt Orschel bei der DRF Luftrettung, etwa drei Dienste pro Monat haben er und seine Kollegen auf „Christoph Dortmund“.
Nach dem Frühstück sollen planbare Intensivtransporte vorbereitet werden. Der Hubschrauberarzt muss dazu im Vorfeld mit dem verlegenden Krankenhaus sprechen, um vom dort behandelnden Arzt alle nötigen Informationen über den Patienten zu erhalten, Rettungsassistent Orschel muss eventuell zusätzlich benötigtes Material einsatzbereit machen und Alwin Vollmer die Flugroute und die Zeit planen. Von Kleve nach Duisburg soll der Flug am nächsten Morgen gehen – zur Herzoperation. Doch bevor die drei mit ihren Vorbereitungen anfangen können, gibt der Funkmeldeempfänger Alarm: Einen internistischen Notfall in der Dortmunder Innenstadt meldet die Dortmunder Leitstelle der Berufsfeuerwehr „Florian Dortmund“. Jetzt geht es ganz schnell, aber nicht hektisch. Pilot Alwin Vollmer zieht sich seine Jacke über und fährt die komplexen Systeme der BK 117 hoch. Rettungsassistent Björn eilt zur Maschine und sichert zunächst den Startvorgang ab, während Notarzt Dr. Christian Afflerbach bereits im Patientenraum Platz genommen hat. Alwin Vollmer gibt die Einsatzadresse ins Satellitengestützte Navigationssystem ein und nimmt Funkkontakt mit dem Dortmunder Tower auf, Björn Orschel mit der Rettungsleitstelle. Über Bordfunk kann sich die Besatzung während des Fluges über ihren Helmfunk unterhalten. „Ist die Kabine klar?“, fragt Alwin Vollmer. Nach dem kurzen „Ja“ hebt die rot-weiße Maschine nach weniger als zwei Minuten von der Plattform ab und nimmt Kurs in Richtung Notfallort. Alle anderen Flieger müssen jetzt warten: Christoph Dortmund hat Vorrang.
Während des Fluges bei bestem Flugwetter funkt Björn Orschel mit zusätzlich alarmierten Feuerwehrfahrzeugen, um einen geeigneten Landeplatz möglichst nah an der Notfallstelle zu finden. Dr. Christian Afflerbach streift bereits seine Handschuhe über, gleich muss es schnell gehen: Ein Mensch hat einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten, da zählt jede Minute. Dennoch: Von Hektik keine Spur. Die Sicherheit hat oberste Priorität.
Alwin Vollmer und Björn Orschel, vorne im Cockpit müssen ihre Augen jetzt überall haben: Leitungen, Laternen, Masten, Vögel, Hindernisse am Boden – alles müssen sie sehen und den Durchmesser der Rotorblätter bedenken, um keine Berührung zu haben. Über Bordfunk unterhalten sich die beiden im Cockpit mit der Feuerwehr und untereinander. Ein Landeplatz scheint gefunden: Der Friedensplatz in der Dortmunder Innenstadt. Mit einer steilen Rechtskurve kündigt Alwin Vollmer den Landeanflug an und verschafft sich einen Überblick über die Beschaffenheit des Landeplatzes, die Feuerwehr sichert ab. „Hast Du die Laterne?“, „Ja die hab ich“, „Okay, hier ist alles frei“, „Wunderbar, ich gehe hier direkt rein“. Die Absprachen laufen koordiniert und in diesem Moment hat Alwin Vollmer seine Maschine sicher gelandet. Jetzt dürfen die Mediziner raus und nehmen die Rettungsausrüstung mit. Im Laufschritt geht es zum Parkdeck, wo der Mann in seinem Pkw zusammengebrochen ist. Ein Rettungswagen ist bereits vor Ort. Das Team hat schon mit der Wiederbelebung begonnen und gute Vorarbeit geleistet. Dr. Afflerbach übernimmt die Herzmassage, Björn Orschel schließt den Defibrillator an, um das Kammerflimmern des Herzens zu durchbrechen. Beim Kammerflimmern erregt sich jede einzelne der Herzmuskelzellen selbst und es kommt zu einem unkoordinierten Zucken des Herzens, ein Blutauswurf findet aber nicht statt. Mit dem Defibrillator schaffen es die Männer, alle Herzmuskelzellen auf „null“ zu setzen. Mit Herzmassage und Medikamenten versuchen sie nun, den Taktgeber des Herzens, den so genannten Sinusknoten, wieder zu einer eigenständigen Arbeit anzutreiben. Glück in diesem Fall: Passanten, die den Zusammenbruch beobachtet hatten, haben sofort mit der Wiederbelebung begonnen und den Rettungsdienst alarmiert, der nur 500 Meter entfernt war. So hat das Gehirn nahezu keinen Sauerstoffmangel gehabt. Bereits nach 90 Sekunden ohne Sauerstoff können schwere Schäden entstehen. „Die Pupillen waren die ganze Zeit eng und es gab keine Zyanose“, freut sich Dr. Afflerbach über die hervorragende Arbeit aller Beteiligten. Dass heißt, es nicht zu einer Blaufärbung der Haut, oder der Erweiterung der Pupillen gekommen, was auf einen schwerwiegenden Sauerstoffmangel hindeuten würde. Weiterer glücklicher Umstand in diesem Fall: Das Krankenhaus, in das der Patient gebracht werden soll, liegt nur eine Fahrminute entfernt. Unter Reanimation fährt das Team dorthin – direkt ins Herzkatheterlabor. Dort arbeiten spezielle Kardiologen, die mit einem dünnen Katheter über die Leistenarterie bis in die Herzkranzgefäße vorgehen können. Über die Gabe von Kontrastmitteln können sie dort Verschlüsse erkennen (Herzinfarkt) und diese mit einem kleinen Ballon unter Druckluft auflösen, indem sie die Ablagerungen an die Wand der Gefäße drücken. Darüber wird nun ein Drahtgeflecht (Stent) gesetzt, was einen erneuten Verschluss verhindern soll. Um auch ein ansetzen von Blutplättchen (Thrombozyten) an den Unebenheiten des Stent zu verhindern, werden solche Patienten im Anschluss mit Blutverdünnenden Medikamenten versorgt.
Nach der Übergabe werden die Mediziner mit dem Rettungswagen zurück zum Hubschrauber gefahren. Pilot Alwin hat währenddessen die Technik überprüft und auch einigen Passanten den Hubschrauber erklärt, der überall wo er auftaucht, Anziehungspunkt ist. Nun sichert die Feuerwehr wieder den Friedensplatz ab und das Startprocedere beginnt von neuem. Bestaunt von einigen Fotografen hebt die BK 117 elegant vom Friedensplatz ab und nimmt Kurs in Richtung Heimatstandort. Dort meldet Alwin Vollmer die Ankunft bereits an und bekommt eine Anflugroute zugewiesen. Nach wenigen Minuten steht die Maschine wieder einsatzbereit auf der Plattform.
Jetzt heißt es, Formalitäten erledigen: Die Daten müssen in verschiedene Protokolle eingegeben werden. Notarzt und Rettungsassistent kümmern sich um die um die medizinischen Daten, der Pilot um die persönlichen Daten und die Abrechnung mit der zuständigen Krankenkasse.
Solche Primäreinsätze fliegt „Christoph Dortmund“ nur im Ausnahmefall: „Wir sind für den Intensivtransport vorgesehen. Für die Primäreinsätze stehen Rettungshubschrauber zur Verfügung, wir sind ein Intensivtransporthubschrauber“, erklärt Dr. Christian Afflerbach. Erst, wenn alle anderen Notärzte oder Rettungshubschrauber unterwegs sind, wird „Christoph Dortmund“ primär, dass heißt direkt am Notfallort, eingesetzt.
Jetzt ist Zeit, den für den kommenden Tag anstehenden Intensivtransport zu planen. Dr. Afflerbach ruft im Krankenhaus in Kleve an, um mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. „Dafür haben wir spezielle Protokolle, in denen wir alle wichtigen Informationen aufschreiben“, erklärt Dr. Christian Afflerbach. Darauf steht, ob der Patient künstlich beatmet wird, welche Erkrankungen oder Verletzungen er hat, die Anzahl und Art der Venenzugänge, die eingesetzten Spritzenpumpen mit Medikamenten, eventuelle Zusatzgeräte und das Gewicht des Patienten. Dies sind Daten, die auch den Piloten interessieren. Er muss wissen, wie viel Gewicht an Bord ist. Danach richtet sich die Treibstoffmenge, die zugetankt werden kann, eventuelle Tankstopps, ein eventuelles Zurücklassen von nicht benötigten Geräten, oder im schlimmsten Falle auch die Absage eines Fluges. „Ein Kriterium ist ein Patientengewicht von über 150 Kilo. Dann können wir den Flug nicht durchführen“, so Dr. Christian Afflerbach.
Kurz nachdem alle Formalitäten für den morgigen Flug geplant sind, geht in der Luftrettungsstation ein Anruf ein: Am darauf folgenden Tag soll ein Flug von Göttingen nach Essen durchgeführt werden.
An diesem Tag kommt es zu keinem weiteren Einsatz mehr, langsam geht die Sonne unter und der Hubschrauber wird wieder in den Hangar geschoben.
Das Rettungsteam vom ersten Tag: Von links Dr. Christian Afflerbach, HCM Björn Orschel und Pilot Alwin Vollmer.
Am nächsten Morgen beginnt der Ablauf von neuem. Diesmal ist Notärztin Dr. Astrid Thompson im Einsatz. Rettungsassistent und Pilot sind noch dieselben.
„Nach dem Frühstück geht es direkt los“, kündigt Alwin Vollmer an. Wieder herrscht bestes Flugwetter und diesmal ist der Hubschrauber bereits vorbestellt. Ein älterer Herr soll vom Krankenhaus in Kleve am Niederrhein zu einer Herzoperation ins Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus nach Duisburg geflogen werden. Am Vortag hat Dr. Christian Afflerbach das Arzt-Arzt-Gespräch bereits durchgeführt, sodass Dr. Thompson schon über alle notwendigen Dinge informiert ist. Der Patient ist soweit stabil, er muss nicht künstlich beatmet werden. Pilot Alwin startet die Turbinen und nach einer Anmeldung über Funk steigt der Hubschrauber der Sonne entgegen. Vorbei an den Industrietürmen des Ruhrgebietes, am Dortmunder Westfalenstadion, der Autobahn und schließlich über ganz andere Landschaften hinweg über den Rhein, große Kohlebagger in Richtung der niederländischen Grenze. Unterwegs funken Rettungsassistent und Pilot immer wieder mit der Flugaufsicht und den zuständigen Leitstellen, um sich anzumelden. Nach einigen Minuten Flugzeit ist Kleve in Sicht, der Rettungswagen wartet bereits auf die Ankunft des Hubschraubers. Er wird die Besatzung zum Patienten bringen und anschließend den Patienten zum Hubschrauber fahren. Nach kurzer Fahrt kommt das Team auf der Station an und kann einen wachen und ansprechbaren Patienten begrüßen. Es erfolgt noch einmal eine Übergabe vom behandelnden Arzt an die Hubschraubernotärztin und den Rettungsassistenten. Pilot Alwin Vollmer kümmert sich derweil darum, dass die persönlichen Dinge des Patienten mit zum Hubschrauber genommen werden. Den hat Alwin Vollmer in einer nahe gelegenen Wiese gelandet. Der ältere Herr wird auf die Hubschraubertrage umgelagert und wieder bringt der Rettungswagen die Besatzung und den Patienten zur Wiese, in der der Hubschrauber gelandet ist. Während der Fahrt dorthin werden Blutdruck und Herztätigkeit des Mannes ständig überwacht. Der Patient wird vom Rettungsteam über den bevorstehenden Flug informiert. Die Spezialisten im Duisburger Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus sollen den schwer kranken Mann am Herzen operieren und warten bereits auf die Ankunft. Im Hubschrauber erhält der Patient Kopfhörer, um nicht dem Fluglärm ausgesetzt zu sein. Jetzt kann er sich nur noch über Handzeichen mit der Besatzung verständigen. Daumen hoch zeigt der Mann und dann erhält Pilot Alwin das okay, den Hubschrauber anzulassen. Rettungsassistent  Björn Orschel überwacht den Start zunächst von außen, um zu überprüfen, ob alle Türen und Klappen geschlossen sind und alles richtig funktioniert. Schließlich steigt er zu und die Maschine hebt von der Wiese ab und nimmt Kurs in Richtung Duisburg. In etwa zwanzig Minuten werden sie dort sein, ein Transport über die Straße hätte über eine Stunde gedauert – Stress der dem Patienten jetzt erspart bleibt. Ihm gefällt der kurze Flug immer wieder zeigt er Daumen hoch und ist ganz entspannt.
Nach kurzer Zeit kündigt Alwin Vollmer die Landung an und „drückt“ seinen rot weißen Hubschrauber in den engen Landeplatz zwischen Wohnhaus, Klinik und Garagen. Das Ärzteteam aus Duisburg steht bereits am Landeplatz, um den Patienten zu begrüßen. Ein kurzer Weg durch die Klinik und schon ist das Team mit seinem Patienten an der OP-Vorbereitung angekommen. Dort erfolgt wieder eine Übergabe, der Mann wird erneut umgelagert. Rettungsassistent Björn bereitet das Equipment und die Trage für den nächsten Einsatz vor. „Hier an Bord haben wir eine Heizdecke, die mit Anlassen des Hubschraubers eingeschaltet wird, damit unsere Patienten nicht frieren“, erklärt er.
Notärztin Astrid muss nach der Übergabe noch kurz zur Intensivstation – sie muss telefonieren: Der Einsatz, der am Vortag bei Alwin Vollmer angefragt worden ist, der Verlegungsflug von Göttingen nach Essen soll geflogen werden. Jetzt muss ein Arzt-Arzt-Gespräch erfolgen. Der Hubschrauber „Christoph Niedersachsen“ der DRF Luftrettung, der den Einsatz eigentlich übernehmen sollte, führt einen Transport mit einer Herz-Lungen-Maschine durch. „Die sind den ganzen Tag unterwegs“, erklärt Alwin Vollmer. Nach wenigen Minuten sind alle Fragen für den kommenden Einsatz geklärt, Dr. Astrid Thompson informiert das Team bereits im Aufzug über die Geschichte des nächsten Patienten. Der Mann soll nach einer Operation am Kopf in die Uniklinik Essen geflogen werden. Er ist in Narkose und künstlich beatmet, es geht ihm sehr schlecht. Das Team ist nachdenklich. Der Patient hat eine schwere Tumorerkrankung und soll in die Nähe seiner Heimat verlegt werden, damit es für seine Familie mit dem Besuchen einfacher ist. Eigentlich wollte der Mann in Göttingen eine Reha absolvieren, doch dabei sind Komplikationen aufgetreten.
Am Landeplatz angekommen, werden die Geräte wieder eingeladen und der Hubschrauber startklar gemacht.
Zunächst muss wieder Dortmunder Flughafen angesteuert werden, Christoph Dortmund muss getankt werden. Rund 700 Liter Kerosin passen in den Tank, damit kann der 13 Meter lange Hubschrauber rund 500 Kilometer zurücklegen. Während das Flughafenpersonal den Hubschrauber betankt, bleibt noch kurz Zeit, den letzten Einsatz zu protokollieren und noch mal das Wetter zu checken: Für den Nachmittag sind Wolken, Wind und Regen angekündigt, noch scheint aber die Sonne und es ist klar.
Nach kurzer Zeit geht es los. „Es geht nach Göttingen“, verabschiedet sich Pilot Alwin von der Flugaufsicht und dann geht es in einer steilen Linkskurve über den Flughafen, quer durchs Ruhrgebiet, das Sauerland, die Region um Kassel und schließlich landet das Team nach rund einer Stunde Flugzeit an der Uniklinik im niedersächsischen Göttingen. Dort ist auch „Christoph 44“, der Göttinger Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung, stationiert. Er kommt kurz nach der Landung der Dortmunder Kollegen von einem anderen Einsatz zurück. Notärztin und Rettungsassistent haben ihre Geräte auf die Trage gelegt. Beatmungsgerät, EKG-Gerät und Spritzenpumpen, über die die Narkose des schwer kranken Mannes aufrecht gehalten werden muss. Dann fahren sie mit einem Aufzug zur Intensivstation, wo sie bereits von den behandelnden Ärzten und der Ehefrau des Patienten erwartet werden. Aufgrund der schlechten Prognose und der dramatischen Geschichte des Familienvaters entscheide ich mich, bei diesem Einsatz nicht direkt dabei zu bleiben. Das Team erzählt jedoch hinterher, dass der Mann eine sehr schlechte Prognose hat und die Erkrankung langfristig nicht überleben wird. Es ist still beim Flug nach Essen. Auch so etwas muss die Besatzung von Christoph Dortmund miterleben: Eine Situation, in der es keine Rettung mehr gibt, in der man für die Patienten außer dem Transport und der Narkose nichts mehr tun kann. Die Frauen und Männer des Hubschraubers haben auch Familie.
Die landschaftlichen Reize beim Rückflug über die Gebirgskämme und Höhen des Sauerlandes finden in diesem Moment kaum Beachtung bei der Besatzung.
Nach etwas über einer Stunde ist die Uniklinik Essen in Sicht, das Wetter ist schlechter geworden. Hoch über dem Ruhrgebiet ist es windig, nass, bewölkt und kalt. Der Landeplatz, hoch über den Dächern Essens, ist beleuchtet und punktgenau setzt Alwin Vollmer die BK 117 auf den Platz. Bereits auf dem Dach erfolgt eine Übergabe des Patienten an das Team der Intensivstation. In einem Übergaberaum wird der Mann direkt ins Bett gehoben und dann vom Klinikteam übernommen. Alwin Vollmer trägt sich derweil ins Flugbuch am Landeplatz ein. Dort werden alle Landungen dokumentiert. Das Material wird wieder einsatzklar gemacht und dann geht es nach etwa zwanzig Minuten zurück nach Dortmund. Die Bewölkung nimmt immer mehr zu, nach der Landung beginnt es zu regnen. Das Team erfasst die Daten der geflogenen Einsätze, es gibt einen Kaffee und etwas zu Essen. Langsam wird es dunkel draußen, die Maschine wird abgemeldet und in den Hangar gezogen. Feierabend bei Christoph Dortmund – bis zum nächsten Morgen, acht Uhr.

An dieser Stelle gilt der DRF Luftrettung und der freundlichen Besatzung ein ganz großes Dankeschön für die wunderschöne Zeit bei "Christoph Dortmund".

 

 

 

 

Christoph 25 wird heute 30 Jahre alt

Verkehrsunfall auf einer abgelegenen Straße Richtung Bad Laasphe. Ein Pkw ist schwer verunglückt, die Insassen sind schwer verletzt worden. Ein Passant hat einen Notruf abgesetzt und bei der Kreisleitstelle Hilfe angefordert. Der Disponent alarmiert den zuständigen Notarztwagen des Deutschen Roten Kreuzes, die Freiwillige Feuerwehr, die Polizei, sowie einen weiteren Rettungswagen. Auch ein zweiter Notarzt muss alarmiert werden. Über die Straße würde dies weit über 20 Minuten dauern, zu entlegen ist die Unfallstelle. Deshalb entscheidet sich der Disponent dazu, den zweiten Notarzt mit einem Hubschrauber einfliegen zu lassen und alarmiert den Siegen stationierten ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 25“.

Wenige Sekunden nach dem Alarm startet Pilot Markus Scheld die Turbinen des Eurocopter 135. Er hat sich die Einsatzadresse im modernen Cockpit des Hubschraubers bereits herausgesucht und die komplexen Systeme des Hubschraubers hochgefahren. Nun steigen Rettungsassistent und Notarzt zu. Eine kurze Sichtkontrolle, ob die Abflugwege frei sind und niemand im Gefahrenbereich steht und dann hebt der Hubschrauber weniger als zwei Minuten nach der Alarmierung von der Plattform ab. Der Rettungsassistent steht in Funkkontakt mit der Leitstelle, um weitere Einzelheiten zum Unfall zu erfragen. Außerdem unterstützt er den Piloten bei der Navigation und achtet in der Luft auf Hindernisse, wie Stromleitungen, Masten, Vögel oder Baumkronen. Nach wenigen Minuten Flugzeit hat die Besatzung die Unfallstelle erkannt. Markus Scheld überfliegt die Einsatzstelle, um einen genauen Überblick zu erhalten und hat sich einen Landeplatz ausgesucht. Er parkt den Rettungshubschrauber millimetergenau auf der Straße, zwischen bäumen und Leitplanken. Noch während die Turbinen laufen, springen die Mediziner mit ihrem Material raus, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen.

Seit 30 Jahren tun das die Frauen und Männer des Siegener Rettungshubschraubers nun. Am 1. Januar in 1982 wurde der ADAC Rettungshubschrauber am Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus stationiert. Wie vielen Menschen er und seine Besatzungen in dieser Zeit schon gerettet haben, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Allein in diesem Jahr wurde der Hubschrauber bereits weit über 1200-mal alarmiert. „Wir liegen derzeit bei rund 1260 Einsätzen. Das ist absoluter Rekord seit dem Bestehen der Station. Im Durchschnitt fliegen wir drei bis vier Mal täglich“, erklärt Pilot und Stationsleiter Markus Scheld. Dabei wird der Hubschrauber bis zu 50 Kilometer rund um seinen Standort eingesetzt, manchmal auch weiter. „Wir fliegen auch mal nach Korbach oder Meschede“, erklärt der Pilot mit Blick auf die Landkarte mit dem Einsatzradius. Der Hubschrauber wird dabei eingesetzt, wie ein Notarztwagen. Seine vorrangige Aufgabe ist es, den Notarzt schnellst möglich zum Patienten zu bringen. Der Anlass des Notfalles spielt dabei zunächst keine Rolle. Gerade auch in der sehr ländlichen Region Wittgensteins hat sich die Luftrettung dadurch einen sehr hohen Stellenwert erarbeitet.  

Aber nicht nur, um den Notarzt schnell zum Patienten zu bringen, wird der Hubschrauber eingesetzt: Durch den hohen Zeitgewinn beim Einsatz eines Hubschraubers und den schonenden Transport wird der Hubschrauber auch alarmiert, um Patienten schnell und sanft in geeignete Zielkliniken, auch wenn sie weiter entfernt sind, zu fliegen. Strecken, die mit dem Auto weit über eine Stunde dauern würden, legt der Hubschrauber in wenigen Minuten zurück. So verlegt „Christoph 25“ auch Patienten aus dem Krankenhaus in Bad Berleburg in oft hundert Kilometer entfernt liegende Spezialkliniken innerhalb kurzer Zeit.

In Siegen-Wittgenstein hat der gelbe Engel in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten am Boden schon vielen Menschen das Leben gerettet: Im Frühjahr 2008 hat er Fabienne Ullmann schonend und schnell in eine Spezialklinik geflogen. Bei einem Kindergeburtstag war sie von der Hüpfburg gefallen und hatte sich erheblich verletzt. „Sie war zuerst gar nicht mehr ansprechbar“, erinnert sich Mutter Bianca Limper-Ullmann an die Schilderungen der Nachbarn jenem Tag. Sie selbst war mit ihrem Mann zum Fußballspiel ihres Sohnes und ist dort erst informiert worden. „Als wir ankamen, war der Notarztwagen bereits vor Ort und man sagte uns, dass der Hubschrauber angefordert worden sei, um Fabienne schonend zu transportieren. Direkt neben dem Haus der Ullmanns ging der Hubschrauber in einer Wiese zur Landung und das Team übernahm die bereits versorgte kleine Patientin in den Rettungshubschrauber. Mit Kind und Mutter an Bord ging es in weniger als 10 Minuten ins Siegener Jung-Stilling Krankenhaus. Vom flug dorthin hat Fabienne nicht viel mitbekommen. „Ich konnte nicht raus sehen und war sehr schlapp“, erzählt sie. Im Krankenhaus wurde Fabienne ausgiebig untersucht und es wurde eine schwere Stauchung der Wirbelsäule festgestellt. „Fabienne hat alles sehr gut überstanden. Sie hatte nur einige Wochen noch starke Schmerzen“, erklärt Bianca Limper-Ullmann. Heute kann das aufgeweckte Mädchen wieder zur Leicht6atlethik gehen und ihrem Hobby, dem Jazz-Tanz nachgehen. Nicht zuletzt dank des schonenden Transports mit dem Rettungshubschrauber.

 

 

Wieder glücklich und gesund: Fabienne Ullmann zusammen mit ihrer Mutter Bianca Limper-Ullmann. Nicht zuletzt Dank des schonenden Transportes mit dem Rettungshubschrauber hat sie ihren Unfall relativ glimpflich überstanden.

In den 30 Jahren seines Tuns war Christoph 25 noch öfter in Wittgenstein eingesetzt, zuletzt am Dienstagmittag. Auch im neuen Jahr wird er unermüdlich Kurs nehmen, um Menschen zu helfen – wo immer sie ihn brauchen. Dazu wünsche ich allzeit guten Flug und viel Erfolg.

Aus alter Zeit: Impressionen mit der BO 105

 

 

 

Ein Luftsprung zum Geburtstag

Landung im Rheinpark, Tanzbrunnnen.

Wie viele Menschen nur seinetwegen noch leben, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Täglich ist er drei bis viermal unterwegs, um dort zu helfen, wo die Not am Größten ist. Der Kölner Rettungshubschrauber „Christoph 3“ wird morgen (22.12.2011) 40 Jahre alt. Mittlerweile gehört der orangefarbene Hubschrauber wie der Dom oder die Hohenzollernbrücke nach Köln. Anfangs noch von Leverkusen aus, aber später dann von Köln bringt er unermüdlich Mediziner an die Einsatzstellen und fliegt schwer kranke oder verletzte Menschen schonend und schnell in geeignete Kliniken. Geflogen wird Christoph 3 dabei von den Piloten und Pilotinnen der Bundespolizei Fliegerstaffel Sankt Augustin. Die Rettungsassistenten kommen von der Kölner Berufsfeuerwehr oder einer der Hilfsorganisationen. Notärzte werden von den Kölner Krankenhäusern gestellt.

Heute hat sich „Christoph 3“ einer kleinen Öffentlichkeit gezeigt, um sich aus Anlass seines Geburtstages fotografieren zu lassen. Morgens früh um kurz nach fünf hatten sich die ersten Fotografen auf den Weg nach Köln gemacht, um den Hubschrauber in Aktion und beim Posen zu fotografieren. Dafür wurde extra ein schöner Platz im Rheinpark ausgesucht, an dem sich der Hubschrauber und seine Besatzung um kurz vor neun Uhr den Fragen einiger Journalisten und den Fotografen stellen konnten. Dabei schilderte die Besatzung eindrucksvoll, wie anspruchsvoll es ist, „Christoph 3“ oder auch jeden anderen Hubschrauber im Rettungsdienst zu fliegen. „Es gibt fast nichts anspruchsvolleres“, erklärt Pilot Jörg Sparbrodt. Er hat den Hubschrauber nicht nur auf der Autobahn gelandet, sondern auch in engen Hinterhöfen, im Vorgarten oder mitten auf einem Dorfplatz – eben überall dort, wo ein Mensch dringend Hilfe brauchte. Bis vor einigen Jahren startete der Rettungshubschrauber von einem Krankenhaus in Köln-Merheim. Doch wegen neuer Gesetze und weil sich Anwohner beschwert hatten, wurde er dort nicht mehr toleriert. So musste sich der Hubschrauber kurz vor seinem runden Geburtstag eine neue Bleibe suchen und seinen Wohnort an der Ostmerheimer Straße zurück lassen. Hier kommt er nur noch ab und zu mal vorbei, wenn mal wieder einen Schwerverletzten in die Obhut des Klinikpersonals geben muss. Mittlerweile startet „Christoph 3“ vom Flughafen Köln-Bonn aus. Eine Behelfslösung.

Doch kurz vor seinem 40. kam eine gute Nachricht: Es darf ein neues zu Hause gebaut werden. Das hat der Rat der Stadt Köln mehrstimmig nach einem jahrelangen Streit entschieden. Eigentlich schade, dass es dafür so lange braucht. Weltjugendtag und der jährliche Rosenmontag sind keine Probleme, aber das zu Hause für einen Rettungshubschrauber? Naja, egal. Wenn jetzt alles klappt, dann darf „Christoph 3“ zusammen mit „Christoph Rheinland“, dem Intensivtransporthubschrauber der ADAC Luftrettung GmbH, ab Ende 2014 auf dem Kölner Kalkberg wohnen, wo ein neues Luftrettungszentrum gebaut werden soll. Nachdem „Christoph 3“ und seine Besatzung im Rheinpark am Tanzbrunnen fertig waren, gab es noch einen Luftsprung zum Geburtstag: „Christoph 3“ kam im hohen Bogen über die Hohenzollernbrücke, einem der Kölner Wahrzeichen, geschossen, drehte eine Kurve und posierte sogleich noch einmal für die Fotografen im Schwebflug über dem Rhein, vor dem Dom und der Brücke. Immer und immer wieder drehte Pilot Jörg Sparbrodt seinen Vogel in alle Richtungen, ans Ufer hin und wieder weg, hoch und wieder runter, von links und von rechts. Dann schließlich verabschiedete sich der Hubschrauber mit einem schnellen Vorbeiflug von den Fotografen und flog wieder Heim. Im kommenden Jahr sollen ein Festakt und ein Aktionstag zum Geburtstag folgen – ich bin dabei!

An dieser Stelle wünsche ich den Besatzungen allzeit guten Flug und eine immer gesunde Heimkehr von den Einsätzen, sowie alles Gute zum Geburtstag.

 

 

 

Lebensretter im Nebel

Vom Krankenhaus in Bad Berleburg musste heute Morgen (31.08.2011) ein krankes Kind in eine Spezialklinik verlegt werden. Dafür hatte die Rettungsleitstelle den in Siegen stationierten ADAC Rettungshubschrauber "Christoph 25" alarmiert.
Der Landeplatz am Krankenhaus hüllte sich jedoch in dichten und zähen Nebel, sodass der Hubschrauber dort nicht landen konnte. Dennoch musste das Kind schnell verlegt werden. Zunächst wurde überlegt, den Hubschrauber am Schulzentrum auf dem Stöppel landen zu lassen. Doch auch dort herrschte dichter Nebel und es konnte nicht gelandet werden.
Pilot Rainer Michely steuerte "seine" EC 135 hoch über dem Nebel in Richtung des Einsatzortes in Bad Berleburg. Mehrmals kreiste er und suchte sich eine Lücke im Nebel, die der erfahrene Pilot schließlich für eine Landung nutzen konnte. Der gelbe Engel landete so oberhalb eines Wohngebietes an der Bad Berleburger "Gontardslust".
Die medizinische Besatzung um Notarzt Dr. Jörn Conzen und Rettungsassistent Bernd Stausberg wurden von einem Passanten zum Krankenhaus gefahren. Dort bereiteten sie zusammen mit der RTW Besatzung der DRK Rettungswache Bad Berleburg um die beiden Rettungsassistenten Gerd Griesing und Kevin Dornhöfer zusammen mit Rettungssanitäter-Praktikant Lukas Klöckner den kleinen Patienten für den Transport zum Hubschrauber und den Flug in die Spezialklinik vor. 
Während das Kind medizinisch versorgt wurde, riss die Nebelwand nach und nach auf und ein Start war dann problemlos möglich. Zusammen mit der Mutter des Kindes ging es dann mit über 200 km/h in Richtung Spezialklinik. Neben der Beantwortung einiger Fragen von herbeigeeilten Passanten blieb dem Piloten das tolle Gefühl, mit seinem hervorragenden Können dazu beigetragen zu haben, einem Kind das Leben zu retten.

 

 

 

Person im Wasser - Hilfe aus der Luft

Aufgrund stärkster Regenfälle sind Flüsse zu reißenden Strömen geworden, von meterhohen Häusern sind nur noch die Dächer zu sehen, Wasser soweit das Auge reicht. Menschen haben sich auf die Dächer, auf Bäume oder Erhöhungen geflüchtet. Einige treiben im Wasser. Jetzt sind die Männer der Bundespolizeifliegerstaffeln gefragt: Sie sollen die Menschen mit Hubschraubern aus dem Wasser retten.

Dafür hat die Arbeitsgemeinschaft „Hubschrauber gestützte Wasserrettung“ ein bundeseinheitliches Konzept entwickelt. Der Vorteil hierbei: Einsatzkräfte der Bundespolizeifliegerstaffeln, der DLRG, der DRK-Wasserwacht und des Deutschen Feuerwehrverbandes arbeiten dabei eng zusammen. „Normalerweise hat jede dieser Organisationen ihre eigenen Spezialisierungen. Da hier alle Organisationen so eng zusammenarbeiten, kann jede Organisation von diesen Spezialisierungen profitieren“, erklärt Andreas Hillebrand, bei der DRK Wasserwacht für die Luftrettung verantwortlich.

Dieses Konzept wurde am Dienstag von allen Beteiligten auf dem Rhein bei Leverkusen geübt.Kurz nach dem Alarm macht sich das Hubschrauberteam der Bundespolizei startklar. Die Winde am Hubschrauber ist gecheckt, die Turbinen werden hochgefahren. Nach wenigen Minuten hebt der Hubschrauber ab und nimmt Kurs in Richtung eines Menschen im Wasser.

Der Windenoperator lässt das Stahlseil mit einem Retter zu Wasser, während der Pilot den Hubschrauber zielsicher in Richtung des Opfers steuert. Mit einer so genannten Rettungsschlinge, die sich am unteren Ende des Seils befindet, kann das Opfer nun mit Hilfe des Helfers gesichert und an Bord des Hubschraubers gezogen werden. „Im absoluten Notfall würde das Opfer, auch aus strömendem Wasser heraus, direkt an Land in Sicherheit gebracht“, erklären die Männer der Fliegerstaffel. In diesem Moment hebt der Hubschrauber erneut ab. Es soll eine weitere Situation trainiert werden: Eine Person muss von einem Lkw gerettet werden.
Bei Flutkatastrophen retten sich viele Menschen auf Erhöhungen und müssen von dort gerettet werden. Nach einer eleganten Kurve und nachdem sich der Pilot vergewissert hat, das keine Leitungen oder andere Hindernisse den Hubschraubereinsatz gefährden, steuert er mit der „EC 155“ den Lkw an, hält die Maschine dort minutenlang auf der Stelle. Der Retter wird abgeseilt und kann dem Opfer die Rettungsschlinge umlegen. Dann geht es an Bord des sicheren Hubschraubers. Drei verschiedene Szenarien haben die Frauen und Männer der Arbeitsgemeinschaft „Hubschrauber gestützte Wasserrettung“ am Dienstag geübt. „Dabei müssen Menschen gerettet werden, indem der Hubschrauber einmal mit der Strömung anfliegt, einmal gegen die Strömung anfliegt und einmal ein Opfer von einer Erhöhung gerettet wird“, erklärt Andreas Hillebrand. Am Nachmittag haben die 35 Spezialisten ihre Übung beendet. Einmal im Jahr muss eine solche Fortbildung für die 18 Luftretter der Fliegerstaffel Sankt Augustin durchgeführt werden. Dies ist in den anderen Staffeln der Bundespolizei genauso der Fall. Da alle nach dem bundeseinheitlich gleichen Konzept arbeiten, ist gewährleistet, dass man Luftretter aus Bayern, Ostdeutschland, Berlin oder Nordrhein-Westfalen sofort zusammen arbeiten lassen könnte. Eine Einarbeitung wäre nicht erforderlich. Die geübten Rettungstechniken haben sich bei den Flutkatastrophen in Süd- und Ostdeutschland oder im Ausland bereits mehrfach bewährt.

 

 

 

Auch die NRW Polizei hat geübt

Auch die Polizeifliegerstaffel des Landes NRW, mit den Flugeinsatzgruppen aus Düsseldorf und Dortmund hat in dieser Woche Rettung aus dem Wasser geübt. Zum einen wurde mit der EC 155 dieselbe Rettungsübung wie von der Bundespolizei geübt. „Doch wir weichen ein ganz klein wenig vom Bundeskonzept ab“, erklärt Thorsten Schmidt von der 2. Technischen Einsatzeinheit der Polizei NRW. „Wir fliegen so nah wie möglich zum Opfer heran und ziehen den Helfer nicht durchs Wasser hin. Dann arbeiten wir mit zwei Rettungsschlingen, wovon eine unter den Achseln und eine an den Knien befestigt wird. Dann wird das Opfer einer halbsitzenden Position gerettet“.

Eine weitere Rettungsübung, die für den akuten Notfall geeignet ist, erklärt Pilot Thomas Levermann, Leiter der Flugeinsatzgruppe Düsseldorf: „Das ist die so genannte Kufenrettung. Dabei geht der Hubschrauber direkt übers Wasser und der Copilot rettet das Opfer durch die Schiebetür“, erklärt Levermann. Dies, so der Pilot weiter, sei das Standardverfahren für akute Notfallsituationen, die nicht, wie der Einsatz bei einer Flutkatastrophe, vorher planbar seien.
„Wenn der Hubschrauber angesprochen wird, dass ein Mensch zum Beispiel in den Rhein gestürzt ist, oder von einer Brücke gesprungen ist, muss es sehr schnell gehen. Unsere Piloten würden dann sowieso runter gehen um zu helfen. Da ist es besser wir üben das immer wieder, anstatt die Leute sich selbst zu überlassen“, erklärt Levermann.
 Die Polizeitaucher der 2. Technischen Einsatzeinheit NRW wurden dazu im Wasser zurückgelassen und mit zwei der üblichen Einsatzhubschrauber der NRW Polizei wurde die Kufenrettung dann nacheinander geübt. Millimetergenau mussten die Piloten dabei die BK 117 über den Rhein steuern und der Copilot von der seitlichen Schiebetür aus agieren. „Dabei liegt die Kunst des Piloten darin, die Präzision zu bekommen, nicht zu tief zu gehen, die Maschine zu schützen und trotzdem den Menschen zu retten“, erklärt Thomas Levermann.
Diese Präzision besitzen die Piloten bereits: So können sie pro Jahr drei Einsätze verzeichnen, bei denen sie mit „ihrem“ Hubschrauber und der Kufenrettung einem Menschen das Leben gerettet haben. Wie wichtig diese Übungen der Polizei NRW, die übrigens viermal im Jahr stattfinden sind, hat der Übungstag gezeigt: Für einen Realseinsatz „Person im Wasser“ stromaufwärts musste die Übung unterbrochen und ein Hubschrauber abgezogen werden. Die Rettung verlief erfolgreich. 

 

 

 

Nächtliche Lebensretter in Bad Berleburg

In der Nacht zu Mittwoch, den 17.02.2010 wurde es laut in Bad Berleburg, Am Seifchen. Doch die nächtliche Ruhestörung hatte einen lebenswichtigen Zweck: Der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph Westfalen“ war zum Krankenhaus nach Bad Berleburg alarmiert worden, um einen schwer kranken Patienten schnell und schonend in eine weiter entfernt liegende Spezialklinik zu fliegen. Wenige Minuten nach dem Alarm machten sich beiden Piloten und ihre Mediziner im westfälischen Greven auf den Weg nach Bad Berleburg. Zuvor mussten sie die Flugroute ansehen und für die betreffende Strecke das Wetter prüfen. Nach kurzer Zeit stand fest, dass ein Flug stattfinden kann. Mit rund 220 km/h machte sich die BK 117 der ADAC Luftrettung GmbH auf den Weg nach Bad Berleburg, wo die Besatzung bereits vom DRK-Rettungswagen erwartet wurde, der die Mediziner und ihre Ausrüstung in kurzer Fahrt zum nahe gelegenen Krankenhaus brachte. Durch das medizinische Team der Helios - Klinik war der Patient bereits für den Hubschraubertransport vorbereitet worden. In Minutenschnelle und mit einem gewaltigen Schneesturm machte sich der Rettungshubschrauber dann auf den Weg zur Spezialklinik. In Deutschland gibt es nur wenige Rettungshubschrauber, die eine Nachtflugerlaubnis haben. Aus flugsicherungstechnischer Sicht kann ein Nachtflug nur mit zwei Piloten erfolgen und es dürfen nur bekannte Landeplätze angeflogen werden. Die Vorhaltung aller in Deutschland stationierten Rettungshubschrauber für einen 24 Stunden Dienst erscheint leider zu kostenintensiv, weshalb nur einige wenige Hubschrauberstandorte ihre Maschinen und Besatzungen rund um die Uhr bereithalten.

 

 

Fotos mit der BO 105

Im Moment (14.08.2009) fehlt es für die Seite ein wenig an aktuellen Ereignissen. Deshalb hat es in der letzten Zeit auch nicht viele Fotos gegeben. Viel Termindruck und Vorbereitungen für die Fotoausstellung in der Sparkasse tun den Rest. Dennoch möchte ich versuchen, meinen Besuchern gerecht zu werden. Ein Dankeschön an den mir unbekannten Verfasser des letzten GB-Eintrags, der nach neuen Fotos fragt.

Nun, um zumindest in der „Flaute" mal ein paar Fotos einzustellen, denke ich, dass es gut ist, der BO 105 einmal mehr ein wenig Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dieser Hubschraubertyp fand über Jahre in der Luftrettung in Deutschland Verwendung, wurde über 30 Jahre lang produziert. Mit diesem Rennpferd lernte die Luftrettung in Deutschland das Laufen. Im Juli wurde nun endgültig offiziell der letzte Hubschrauber dieses Typs in Zwickau (Christoph 46) aus der Luftrettung in Deutschland abgezogen und durch den neueren Hubschrauber EC 135 ersetzt. Die Erfahrungen mit der BO 105 waren ausgesprochen gut und deshalb war diese Entscheidung für viele in der Luftrettung tätigen und auch für viele Liebhaber ein schmerzlicher Entschluss. Mit diesen Fotos im Anhang möchte ich den Liebhabern, den Luftrettern und den Besuchern hier eine kleine Freude machen und die Möglichkeit geben, sich an die Zeit der BO 105 zurück zu erinnern. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.

Die EC 135 fliegt ja noch, Tobias....

Christoph 2 an der BGU Frankfurt/Main.
Christoph 25 bei einem Motorradunfall zwischen Erndtebrück und Bad Laasphe auf der B 62.
Christoph 25 im Wintereinsatz. Verkehrsunfall bei Erndtebrück.
Christoph 25 startet an einem schönen Herbsttag auf der B 62.
Christoph 7 startet in Richtung Kassel.
Christoph 25 im Winter an seiner Station in Siegen.
Christoph 25 startet am Krankenhaus in Weidenau.
Christoph 7 an der Uni-Klinik in Marburg.
Christoph 25 startet bei einem Wintereinsatz in Erndtebrück.
Christoph 18 - Ochsenfurt, Start zum Einsatz.
Christoph 18 - Ochsenfurt, nach der Landung.
Christoph 25 in Bad Fredeburg.
Christoph 44 - Göttingen, nach der Landung.
Christoph 25, Wasserrettung auf der Bigge.
Christoph 44, Start zum Einsatz.
Christoph 25, Wasserrettung auf der Bigge.
Christoph 3 - Landeanflug in Köln.
Christoph 25, Wasserrettung auf der Bigge.
Christoph 44, Start zum Einsatz

 

 

 

RTH zweimal in Raumland

Gleich zweimal wurde heute Abend (24.06.2009) die Hilfe des Siegener Rettungshubschraubers „Christoph 25" in Wittgenstein benötigt. Am frühen Abend wurde der Hubschrauber zusammen mit dem Bad Berleburger DRK-Rettungswagen zu einem Sportunfall in den Stöppelsweg nach Raumland geschickt. Dort war es auf einem Fußballplatz zu einem medizinischen Notfall gekommen. Pilot Reiner Michely landete den Christoph in einer frisch gemähten Wiese direkt am Stöppelsweg. Nach kurzer Versorgung vor Ort wurde der Patient ins Bad Berleburger Krankenhaus gefahren. Der RTH flog ebenfalls dorthin, um den Notarzt wieder an Bord nehmen zu können.

Wenige Minuten nach dem Start in Richtung Siegen wurde der Hubschrauber erneut abgerufen: Wenige Meter entfernt von der ersten Einsatzstelle war es auf dem Parkplatz des Rothaarbades zu einem medizinischen Notfall gekommen. Wieder wurde der Patient zusammen mit dem Team des DRK Rettungsdienstes aus Bad Berleburg versorgt und dann ins Krankenhaus gefahren. Diesmal begleitete der Notarzt den Transport jedoch nicht und so konnte der Christoph 25 direkt weiter in Richtung Siegen fliegen.

Ein besonderer Dank geht an meine Kollegen der Rettungswache und an Christian Bonfert und Sonja Fuchs.

 

Der größte Dank geht hier allerdings an den RTH - Pilot Reiner Michely!  

 

 

 

Christoph 13 in Bad Berleburg

Seltenen Besuch gab es eben (24.06.2009) am RTH-Landeplatz des Helios Klinikum in Bad Berleburg. Der Bielefelder Rettungshubschrauber „Christoph 13" brachte einen Patienten ins Bad Berleburger Krankenhaus. Der Rettungshubschrauber vom Typ EC 135 wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz gestellt, die Piloten stammen von der Fliegerstaffel Gifhorn der Bundespolizei. Die Rettungsassistenten auf „Christoph 13" stellt die Berufsfeuerwehr Bielefeld, die Notärzte kommen von der Chirurgie und der Anästhesie der städtischen Kliniken Bielefeld gem. GmbH, wo der RTH auch seinen Standort hat. In Bad Berleburg war die Bielefelder Stammmaschine mit der Kennung D-HZSG im Einsatz. Viel Zeit hatte die Besatzung aufgrund einer Vielzahl an Einsätzen nicht. Allerdings geht die Einsatzbereitschaft auch für die Bielefelder Luftretter bei Sonnenuntergang zu Ende. Dort hat man auch bereits vor längerer Zeit von der guten alten BO 105 auf den moderneren EC 135 T2i umgestellt. In NRW gibt es nur den Christoph Westfalen von der ADAC Luftrettung GmbH und den SAR 41 von der Bundeswehr aus Nörvenich, die nachts Einsätze fliegen.   

Ein besonderer Dank geht an meine vielen Anrufer, und nicht zuletzt an den Piloten der - sicher ganz unbewusst - im Anflug genau über mein Haus kam, sodass ich den Einsatz gar nicht verpassen konnte. 

 

 

 

Rettung mit dem Hubschrauber

ADAC Luftrettung GmbH stellt neues Konzept vor

Die ADAC Luftrettung GmbH hat ein Wasserrettungskonzept mit einer so genannten Langseilrettung entwickelt. Dabei ist der große Vorteil darin zu sehen, dass der RTH zur Rettung eines Ertrinkenden nicht mehr wie sonst nur wenige Zentimeter über dem Wasser fliegen muss. Hierbei fliegt die Maschine rund 15 bis 20 Meter über dem Wasser und lässt dem Ertrinkenden eine Schlinge herunter, in der er sich einhaken kann. Die Schlinge zieht sich dann selbst zu und so kann der Ertrinkende dann ans rettende Ufer gezogen werden. Vom Rettungsassistenten, der mit einem Stehhaltegurt in der Schiebetür gesichert steht, wird der Pilot dabei genau über Bordfunk navigiert. Innerhalb von nur vier Minuten ist das Rettungssystem einsatzbereit.

Am letzten Montag und Dienstag haben die Rettungsteams der Hubschrauberstationen „Christoph 8" aus Lünen und „Christoph 76" aus Münster dieses neue Rettungskonzept in Lünen am Horstmarer See auf dem Gelände des Seepark Lünen geprobt und entsprechenden Feuerwehren und Leitstellenpersonal vorgestellt.

Taucher der Feuerwehren aus Dortmund und Hamm nahmen ebenso an der Veranstaltung Teil, wie fliegerisches und medizinisches Personal der Hubschrauberstationen.

Erst im Zweifel darüber, ob ich aufgrund der Entfernung die Veranstaltung besuchen sollte, war es doch gut, da gewesen zu sein. Nicht nur um selbst ein Bild davon zu erhalten, wie effektiv diese Rettungstechnik anzuwenden ist, sondern auch, um das ganze fotografisch zu dokumentieren. Dass ich innerhalb weniger Stunden alle Speicherkarten voll hatte und mit 1012 Fotos 1,9 GB belege, ist mir vorher noch nicht passiert.

Zunächst werden die Langseile auf den Hubschraubern „Christoph 8", „Christoph 76" und „Christoph Rheinland" mitgeführt und dort eingesetzt.

 

Hier nun einige Impressionen zur Übung.      

Stationspilot Holger Hoven stellte zuerst die Funktionsweise der Schlinge am Langseil vor
Nach der ersten Einweisung konnte es dann losgehen
Es wurden immer in mehreren Flügen Taucher ausgesetzt, die dann anschließend in einem langen Durchgang gerettet wurden. Danach wurde dann die Besatzung gewechselt.
Über dem Wasser wurden die Taucher abgesetzt, die anschließend mit der neuen Technik gerettet wurden.  
Nachdem die Taucher abgesetzt worden waren, ging es raus zur Rettung.
Dabei musste der Pilot vom Rettungsassistenten genau über den Ertrinkenden navigiert werden.
Von der Kufe aus wurden die Anweisungen gegeben.  
War der Ertrinkende entdeckt und hatte die Schlinge gefasst, gings zum Ufer.
Der Weg war lang, aber dadurch, dass die Schlinge den Ertrinkenden selbst fixiert, war diese Rettungsaktion möglich.
Der Vorgang wurde mehrmals wiederholt und es wurden wieder neue Taucher aufgenommen.
Und wieder auf zum See.
Kurz vor dem Absprung der Taucher.
Wieder Start zur Menschenrettung.
Erkundungsflug über der "Einsatzstelle".
Anflug zum Ertrinkenden.
Wieder bekommt einer der Taucher die Schlinge zugeworfen.
Blick durchs Schilfufer.
Auch die Besatzungen am Boden beobachten die Rettungsaktion aufmerksam.
Der Ertrinkende wird zum Ufer gezogen.
Landeanflug am Ufer nach der Rettung.
Eine letzte Kurve für die Fotografen.
Nach der Übung flogen die Maschinen zur nahelegenen Station von "Christoph 8". 
Nach der Landung wurden die Maschinen getankt.
Anschließend wurde das Material getauscht und umgerüstet. Am Dienstagnachmittag endete die interessante Übung schließlich.

 

 

 

 

 

 

Besuch aus Münster

 

 

 

 

 

 


Dieser Tage war „Christoph 76" zu Gast am Bad Berleburger Krankenhaus. Die Besatzung des ADAC Hubschraubers hatte einen Patienten aus Bocholt zur Reha nach Bad Berleburg gebracht. Nach etwa einer halben Stunde Aufenthalt startete die Besatzung wieder in Richtung Flughafen Münster/Osnabrück, wo der Hubschrauber stationiert ist.

Bei der Maschine handelt es sich um einen Intensivtransporthubschrauber der ADAC Luftrettung GmbH vom Typ BK 117. Zuvor wurde diese Maschine bereits sehr lange als ITH „Christoph 71" am Doppelstandort Senftenberg in der Niederlausitz eingesetzt. Aufgrund oft weiter Flüge hat diese BK 117 als einzigste Maschine der ADAC Luftrettung GmbH einen Reservetank oberhalb der linken Kufe. „Christoph 76" wird bundesweit für Intensivverlegungsflüge eingesetzt, kommt aber auch immer mal wieder primär zum Einsatz. 

 

 

 

 

Tolles Winterspiel am Berleburger Krankenhaus

 

 

 

 

 

Ein tolles Wintermotiv bot sich heute (5.1.2009) am Landeplatz des Helios-Krankenhaus in Bad Berleburg. Dort war Christoph Rheinland von der ADAC Luftrettung GmbH gelandet.

Der Hubschrauber, der am Flughafen Köln/Bonn stationiert ist, war im Einsatz um einen Patienten zu verlegen. Die BK 117 wird vermehrt für Intensivtransporte eingesetzt, findet aber immer mal wieder primär Verwendung.

Zusammen mit der Besatzung des DRK-RTW der Wache Bad Berleburg wurde der Patient von der Intensivstation zum Hubschrauber gebracht und in eine Spezialklinik verlegt.

Gerade in der winterlichen Landschaft war der gelbe Hubschrauber ein guter Kontrast und somit ein schönes Fotomotiv. Ein herzlicher Dank geht an meine Kollegen, die mich angerufen haben, dass der Hubschrauber kommt.